<?xml version="1.0" encoding="iso-8859-9" ?> 
  <rss version='2.0' xmlns:content='http://purl.org/rss/1.0/modules/content/' xmlns:wfw='http://wellformedweb.org/CommentAPI/' xmlns:dc='http://purl.org/dc/elements/1.1/' xmlns:atom='http://www.w3.org/2005/Atom'>
    <channel>
      <title>Yabancý Dil Kaynak Sitesi. Yeni Makaleler</title>
      <link>http://www.yabancidil.info/</link>
      <docs>http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss</docs>
      <atom:link href='http://www.yabancidil.info/rss/rss_a.php' rel='self' type='application/rss+xml' />
      <generator>Self-created application</generator>
      <description>Almanca Öðretmenleri Paylaþým Sitesi  
Almanca Planlar,Dökümanlar,Dosyalar,Sýnav Örnekleri,Online test</description>
      <copyright>wWw.X-iWeb.Ru</copyright>
      <language>ru-ru</language>
      <item>
        <title>Eller eller zap zap zap</title>
        <link>http://www.yabancidil.info/readarticle.php?article_id=187</link>
        <guid>http://www.yabancidil.info/readarticle.php?article_id=187</guid>
        <description><![CDATA[Eller eller zap zap zap
Ayaklar rap rap rap
Bir saða bir sola
Dans edelim kol kola
*****************
Eller eller zap zap zap
Ayaklar rap rap rap
*****************
Eller eller zap zap zap
Ayaklar rap rap rap
Bir saða bir sola
Dans edelim kol kola
*****************
mit den Haenden klapp klapp klapp
mit den füssen tapp tapp tapp
einmal rechts und einmal links
komm wir tanzen Arm ýn Arm
*****************
mit den haenden klap klap klap
mit den füssen tap tap tap
*****************
*****************
*****************
Eller eller zap zap zap
Ayaklar rap rap rap
Bir saða bir sola
Dans edelim kol kola
*****************
Eller eller zap zap zap
Ayaklar rap rap rap
*****************
mit den Haenden klapp klapp klapp
mit den füssen tapp tapp tapp
einmal rechts und einmal links
komm wir tanzen Arm ýn Arm
*****************
mit den haenden klap klap klap
mit den füssen tap tap tap
*****************
*****************
*****************
Eller eller zap zap zap
Ayaklar rap rap rap
Bir saða bir sola
Dans edelim kol kola
*****************
Eller eller zap zap zap
Ayaklar rap rap rap
*****************
mit den Haenden klapp klapp klapp
mit den füssen tapp tapp tapp
einmal rechts und einmal links
komm wir tanzen Arm ýn Arm
*****************
mit den haenden klap klap klap
mit den füssen tap tap tap
&lt;br&gt;&lt;object width=&quot;400&quot; height=&quot;300&quot;&gt;&lt;param name=&quot;allowfullscreen&quot; value=&quot;true&quot; /&gt;&lt;param name=&quot;allowscriptaccess&quot; value=&quot;always&quot; /&gt;&lt;param name=&quot;movie&quot; value=&quot;http://www.izlesene.com/embedplayer.swf?video=1812063&quot; /&gt;&lt;embed src=&quot;http://www.izlesene.com/embedplayer.swf?video=1812063&quot; wmode=&quot;window&quot; bgcolor=&quot;#000000&quot; allowfullscreen=&quot;true&quot; allowscriptaccess=&quot;always&quot; menu=&quot;false&quot; scale=&quot;noScale&quot; width=&quot;400&quot; height=&quot;300&quot; type=&quot;application/x-shockwave-flash&quot;&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;120&quot; target=&quot;_blank&quot; title=&quot;Kinderlieder&quot;&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/br&gt;]]></description>
        <pubDate>Sat, 27 Feb 2010 16:31:23 +0200</pubDate>
        <category>Kinderlieder</category>
      </item>
      <item>
        <title>Der Froschkönig</title>
        <link>http://www.yabancidil.info/readarticle.php?article_id=186</link>
        <guid>http://www.yabancidil.info/readarticle.php?article_id=186</guid>
        <description><![CDATA[Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich

In alten Zeiten, als das Wünschen noch geholfen hat, lebte einmal ein König, der hatte wunderschöne Töchter. Die jüngste von ihnen war so schön, daß die Sonne selber, die doch so vieles schon gesehen hat, sich verwundene, sooft sie ihr ins Gesicht schien. Nahe bei dem Schlosse war ein großer, dunkler Wald, und mitten darin, unter einer alten Linde, war ein Brunnen. Wenn nun der Tag recht heiß war, ging die jüngste Prinzessin hinaus in den Wald und setzte sich an den Rand des kühlen Brunnens. Und wenn sie Langeweile hatte, nahm sie eine goldene Kugel, warf sie in die Höhe und fing sie wieder auf. Das war ihr liebstes Spiel.

Nun trug es sich einmal zu, daß die goldene Kugel der Königstochter nicht in die Händchen fiel, sondern auf die Erde schlug und gerade in den Brunnen hineinrollte. Die Königstochter folgte ihr mit den Augen nach, aber die Kugel verschwand, und der Brunnen war tief, so tief, daß man keinen Grund sah.

Da fing die Prinzessin an zu weinen und weinte immer lauter und konnte sich gar nicht trösten. Als sie so klagte, rief ihr plötzlich jemand zu: »Was hast du nur, Königstochter? Du schreist ja, daß sich ein Stein erbarmen möchte.«

Sie sah sich um, woher die Stimme käme, da erblickte sie einen Frosch, der seinen dicken, häßlichen Kopf aus dem Wasser streckte. »Ach, du bist's, alter Wasserpatscher«, sagte sie. »Ich weine über meine goldene Kugel, die mir in den Brunnen hinabgefallen ist.«

»Sei still und weine nicht«, antwortete der Frosch, »ich kann wohl Rat schaffen. Aber was gibst du mir, wenn ich dein Spielzeug wieder heraufhole?«

»Was du haben willst, lieber Frosch«, sagte sie, »meine Kleider, meine Perlen und Edelsteine, auch noch die goldene Krone, die ich trage.«

Der Frosch antwortete: »Deine Kleider, deine Perlen und Edelsteine und deine goldene Krone, die mag ich nicht. Aber wenn du mich liebhaben willst und ich dein Geselle und Spielkamerad sein darf, wenn ich an deinem Tischlein neben dir sitzen, von deinem goldenen Tellerlein essen, aus deinem Becherlein trinken, in deinem Bettlein schlafen darf, dann will ich hinuntersteigen und dir die goldene Kugel heraufholen.«

»Ach, ja«, sagte sie, »ich verspreche dir alles, was du willst, wenn du mir nur die Kugel wiederbringst.« Sie dachte aber, der einfältige Frosch mag schwätzen, was er will, der sitzt doch im Wasser bei seinesgleichen und quakt und kann keines Menschen Geselle sein!

Als der Frosch das Versprechen der Königstochter erhalten hatte, tauchte er seinen Kopf unter, sank hinab, und über ein Weilchen kam er wieder heraufgerudert, hatte die Kugel im Maul und warf sie ins Gras. Die Königstochter war voll Freude, als sie ihr schönes Spielzeug wiedererblickte, hob es auf und sprang damit fort.

»Warte, warte!« rief der Frosch. »Nimm mich mit, ich kann nicht so laufen wie du!« Aber was half es ihm, daß er ihr sein Quak-quak so laut nachschrie, wie er nur konnte! Sie hörte nicht darauf, eilte nach Hause und hatte den Frosch bald vergessen.

Am andern Tag, als sie sich mit dem König und allen Hofleuten zur Tafel gesetzt hatte und eben von ihrem goldenen Tellerlein aß, da kam, plitsch platsch, plitsch platsch, etwas die Marmortreppe heraufgekrochen. Als es oben angelangt war, klopfte es an die Tür und rief. »Königstochter, jüngste, mach mir auf«

Sie lief und wollte sehen, wer draußen wäre. Als sie aber aufmachte, saß der Frosch vor der Tür. Da warf sie die Tür hastig zu, setzte sich wieder an den Tisch, und es war ihr ganz ängstlich zumute.

Der König sah wohl, daß ihr das Herz gewaltig klopfte, und sprach: »Mein Kind, was fürchtest du dich? Steht etwa ein Riese vor der Tür und will dich holen?«

»Ach, nein«, antwortete sie, »es ist kein Riese, sondern ein garstiger Frosch.«

»Was will der Frosch von dir?«

»Ach, lieber Vater, als ich gestern im Wald bei dem Brunnen saß und spielte, fiel meine goldene Kugel ins Wasser. Als ich deshalb weinte, hat sie mir der Frosch heraufgeholt. Und weil er es durchaus verlangte, versprach ich ihm, er sollte mein Spielgefährte werden. Ich dachte aber nimmermehr, daß er aus seinem Wasser käme. Nun ist er draußen und will zu mir herein.«

Da klopfte es zum zweiten Mal, und eine Stimme rief:

»Königstochter, jüngste, 
Mach mir auf! 
Weißt du nicht, was gestern 
Du zu mir gesagt 
Bei dem kühlen Brunnenwasser? 
Königstochter, jüngste, 
Mach mir auf!«

Da sagte der König: »Was du versprochen hast, das mußt du auch halten! Geh nur und mach ihm auf!«

Sie ging und öffnete die Tür. Da hüpfte der Frosch herein und hüpfte ihr immer nach bis zu ihrem Stuhl. Dort blieb er sitzen und rief: »Heb mich hinauf zu dir!« Sie zauderte, bis es endlich der König befahl. Als der Frosch auf dem Stuhl war, wollte er auf den Tisch, und als er da saß, sprach er: »Nun schieb mir dein goldenes Tellerlein näher, damit wir mitsammen essen können.« Der Frosch ließ sich's gut schmecken, ihr aber blieb fast jeder Bissen im Halse stecken.

Endlich sprach der Frosch: »Ich habe mich satt gegessen und bin müde. Nun trag mich in dein Kämmerlein und mach dein seidenes Bettlein zurecht!« Die Königstochter fing an zu weinen und fürchtete sich vor dem kalten Frosch, den sie sich nicht anzurühren getraute und der nun in ihrem schönen, reinen Bettlein schlafen sollte.

Der König aber wurde zornig und sprach: »Wer dir geholfen hat, als du in Not warst, den sollst du hernach nicht verachten!«

Da packte sie den Frosch mit zwei Fingern, trug ihn hinauf in ihr Kämmerlein und setzte ihn dort in eine Ecke. Als sie aber im Bette lag, kam er gekrochen und sprach: »Ich will schlafen so gut wie du. Heb mich hinauf, oder ich sag's deinem Vater!«

Da wurde sie bitterböse, holte ihn herauf und warf ihn gegen die Wand. »Nun wirst du Ruhe geben«, sagte sie, »du garstiger Frosch!« Als er aber herabfiel, war er kein Frosch mehr, sondern ein Königssohn mit schönen freundlichen Augen. Der war nun nach ihres Vaters Willen ihr lieber Geselle und Gemahl. Er erzählte ihr, er wäre von einer bösen Hexe verwünscht worden, und niemand hätte ihn aus dem Brunnen erlösen können als sie allein, und morgen wollten sie mitsammen in sein Reich gehen.

Und wirklich, am anderen Morgen kam ein Wagen herangefahren, mit acht weißen Pferden bespannt, die hatten weiße Straußfedern auf dem Kopf und gingen in goldenen Ketten. Hinten auf dem Wagen aber stand der Diener des jungen Königs, das war der treue Heinrich.

Der treue Heinrich hatte sich so gekränkt, als sein Herr in einen Frosch verwandelt worden war, daß er drei eiserne Bänder um sein Herz hatte legen lassen, damit es ihm nicht vor Weh und Traurigkeit zerspränge.

Der Wagen sollte nun den jungen König in sein Reich holen. Der treue Heinrich hob ihn und seine junge Gemahlin hinein, stellte sich wieder hinten hinauf und war voll Freude über die Erlösung seines Herrn. Als sie ein Stück des Weges gefahren waren, hörte der Königssohn, daß es hinter ihm krachte, als ob etwas zerbrochen wäre. Da drehte er sich um und rief:

»Heinrich, der Wagen bricht!«

»Nein, Herr, der Wagen nicht, 
Es ist ein Band von meinem Herzen, 
Das da lag in großen Schmerzen, 
Als Ihr in dem Brunnen saßt 
Und in einen Frosch verzaubert wart.«

Noch einmal und noch einmal krachte es auf dem Weg, und der Königssohn meinte immer, der Wagen bräche. Doch es waren nur die Bänder, die vom Herzen des treuen Heinrich absprangen, weil sein Herr nun erlöst und glücklich war.

&lt;a href='http://xoup.de/audio/grimm/grimm_froschkoenig.mp3' target='_blank'&gt;&lt;strong&gt;Der Froschkönig Mp3 &lt;/strong&gt;9 min.
&lt;/a&gt;]]></description>
        <pubDate>Sun, 14 Feb 2010 01:41:35 +0200</pubDate>
        <category>Hörbücher</category>
      </item>
      <item>
        <title>Der süße Brei</title>
        <link>http://www.yabancidil.info/readarticle.php?article_id=185</link>
        <guid>http://www.yabancidil.info/readarticle.php?article_id=185</guid>
        <description><![CDATA[Es war einmal ein armes frommes Mädchen, das lebte mit seiner Mutter allein, und sie hatten nichts mehr zu essen. Da ging das Kind hinaus in den Wald, und begegnete ihm da eine alte Frau, die wußte seinen Jammer schon und schenkte ihm ein Töpfchen, zu dem sollt es sagen 'Töpfchen, koche,' so kochte es guten süßen Hirsenbrei, und wenn es sagte 'Töpfchen, steh,' so hörte es wieder auf zu kochen. Das Mädchen brachte den Topf seiner Mutter heim, und nun waren sie ihrer Armut und ihres Hungers ledig und aßen süßen Brei, sooft sie wollten. Auf eine Zeit war das Mädchen ausgegangen, da sprach die Mutter 'Töpfchen, koche,' da kocht es, und sie ißt sich satt; nun will sie, daß das Töpfchen wieder aufhören soll, aber sie weiß das Wort nicht. Also kocht es fort, und der Brei steigt über den Rand hinaus und kocht immerzu, die Küche und das ganze Haus voll, und das zweite Haus und dann die Straße, als wollts die ganze Welt satt machen, und ist die größte Not, und kein Mensch weiß sich da zu helfen. Endlich, wie nur noch ein einziges Haus übrig ist, da kommt das Kind heim, und spricht nur 'Töpfchen, steh,' da steht es und hört auf zu kochen; und wer wieder in die Stadt wollte, der mußte sich durchessen.

&lt;a href='http://xoup.de/audio/grimm/grimm_brei.mp3' target='_blank'&gt;&lt;strong&gt;Der süße Brei Mp3 &lt;/strong&gt;1:30 min.
&lt;/a&gt;]]></description>
        <pubDate>Sun, 14 Feb 2010 01:06:20 +0200</pubDate>
        <category>Hörbücher</category>
      </item>
      <item>
        <title>Rapunzel</title>
        <link>http://www.yabancidil.info/readarticle.php?article_id=184</link>
        <guid>http://www.yabancidil.info/readarticle.php?article_id=184</guid>
        <description><![CDATA[Es war einmal ein Mann und eine Frau, die wünschten sich schon lange vergeblich ein Kind, endlich machte sich die Frau Hoffnung, der liebe Gott werde ihren Wunsch erfüllen. Die Leute hatten in ihrem Hinterhaus ein kleines Fenster, daraus konnte man in einen prächtigen Garten sehen, der voll der schönsten Blumen und Kräuter stand; er war aber von einer hohen Mauer umgeben, und niemand wagte hineinzugehen, weil er einer Zauberin gehörte, die große Macht hatte und von aller Welt gefürchtet ward. Eines Tages stand die Frau an diesem Fenster und sah in den Garten hinab, da erblickte sie ein Beet, das mit den schönsten Rapunzeln bepflanzt war; und sie sahen so frisch und grün aus, dass sie lüstern ward und das größte Verlangen empfand, von den Rapunzeln zu essen. Das Verlangen nahm jeden Tag zu, und da sie wusste, dass sie keine davon bekommen konnte, so fiel sie ganz ab, sah blass und elend aus. Da erschrak der Mann und fragte: &amp;#8220;Was fehlt dir, liebe Frau?&amp;#8221; - &amp;#8220;Ach,&amp;#8221; antwortete sie, &amp;#8220;wenn ich keine Rapunzeln aus dem Garten hinter unserm Hause zu essen kriege, so sterbe ich.&amp;#8221; Der Mann, der sie lieb hatte, dachte: &amp;#8220;Eh du deine Frau sterben läßest, holst du ihr von den Rapunzeln, es mag kosten, was es will.&amp;#8221; In der Abenddämmerung stieg er also über die Mauer in den Garten der Zauberin, stach in aller Eile eine Handvoll Rapunzeln und brachte sie seiner Frau. Sie machte sich sogleich Salat daraus und aß sie in voller Begierde auf. Sie hatten ihr aber so gut, so gut geschmeckt, dass sie den andern Tag noch dreimal soviel Lust bekam. Sollte sie Ruhe haben, so musste der Mann noch einmal in den Garten steigen. Er machte sich also in der Abenddämmerung wieder hinab, als er aber die Mauer herabgeklettert war, erschrak er gewaltig, denn er sah die Zauberin vor sich stehen. &amp;#8220;Wie kannst du es wagen,&amp;#8221; sprach sie mit zornigem Blick, &amp;#8220;in meinen Garten zu steigen und wie ein Dieb mir meine Rapunzeln zu stehlen? Das soll dir schlecht bekommen.&amp;#8221; - &amp;#8220;Ach,&amp;#8221; antwortete er, &amp;#8220;lasst Gnade für Recht ergehen, ich habe mich nur aus Not dazu entschlossen: meine Frau hat Eure Rapunzeln aus dem Fenster erblickt, und empfindet ein so großes Gelüsten, dass sie sterben würde, wenn sie nicht davon zu essen bekäme.&amp;#8221; Da ließ die Zauberin in ihrem Zorne nach und sprach zu ihm: &amp;#8220;Verhält es sich so, wie du sagst, so will ich dir gestatten, Rapunzeln mitzunehmen, soviel du willst, allein ich mache eine Bedingung: Du musst mir das Kind geben, das deine Frau zur Welt bringen wird. Es soll ihm gut gehen, und ich will für es sorgen wie eine Mutter.&amp;#8221; Der Mann sagte in der Angst alles zu, und als die Frau in Wochen kam, so erschien sogleich die Zauberin, gab dem Kinde den Namen Rapunzel und nahm es mit sich fort.


Rapunzel ward das schönste Kind unter der Sonne. Als es zwölf Jahre alt war, schloss es die Zauberin in einen Turm, der in einem Walde lag, und weder Treppe noch Türe hatte, nur ganz oben war ein kleines Fensterchen. Wenn die Zauberin hinein wollte, so stellte sie sich hin und rief: 

&amp;#8220;Rapunzel, Rapunzel,

Laß mir dein Haar herunter.&amp;#8221;

Rapunzel hatte lange prächtige Haare, fein wie gesponnen Gold. Wenn sie nun die Stimme der Zauberin vernahm, so band sie ihre Zöpfe los, wickelte sie oben um einen Fensterhaken, und dann fielen die Haare zwanzig Ellen tief herunter, und die Zauberin, stieg daran hinauf.


Nach ein paar Jahren trug es sich zu, dass der Sohn des Königs durch den Wald ritt und an dem Turm vorüberkam. Da hörte er einen Gesang, der war so lieblich, dass er still hielt und horchte. Das war Rapunzel, die in ihrer Einsamkeit sich die Zeit vertrieb, ihre süße Stimme erschallen zu lassen. Der Königssohn wollte zu ihr hinaufsteigen und suchte nach einer Türe des Turms, aber es war keine zu finden. Er ritt heim, doch der Gesang hatte ihm so sehr das Herz gerührt, dass er jeden Tag hinaus in den Wald ging und zuhörte. Als er einmal so hinter einem Baum stand, sah er, dass eine Zauberin herankam, und hörte, wie sie hinaufrief: 

&amp;#8220;Rapunzel, Rapunzel,

Laß dein Haar herunter.&amp;#8221;

Da ließ Rapunzel die Haarflechten herab, und die Zauberin stieg zu ihr hinauf. &amp;#8220;Ist das die Leiter, auf welcher man hinaufkommt, so will ich auch einmal mein Glück versuchen.&amp;#8221; Und den folgenden Tag, als es anfing dunkel zu werden, ging er zu dem Turme und rief: 

&amp;#8220;Rapunzel, Rapunzel,

Laß dein Haar herunter.&amp;#8221;

Alsbald fielen die Haare herab, und der Königssohn stieg hinauf.

Anfangs erschrak Rapunzel gewaltig, als ein Mann zu ihr hereinkam, wie ihre Augen noch nie einen erblickt hatten, doch der Königssohn fing an ganz freundlich mit ihr zu reden und erzählte ihr, dass von ihrem Gesang sein Herz so sehr sei bewegt worden, dass es ihm keine Ruhe gelassen und er sie selbst habe sehen müssen. Da verlor Rapunzel ihre Angst, und als er sie fragte, ob sie ihn zum Mann nehmen wollte, und sie sah, dass er jung und schön war, so dachte sie: &amp;#8220;Der wird mich lieber haben als die alte Frau Gothel,&amp;#8221; und sagte ja, und legte ihre Hand in seine Hand. Sie sprach: &amp;#8220;Ich will gerne mit dir gehen, aber ich weiß nicht, wie ich herabkommen kann. Wenn du kommst, so bringe jedesmal einen Strang Seide mit, daraus will ich eine Leiter flechten, und wenn die fertig ist, so steige ich herunter und du nimmst mich auf dein Pferd.&amp;#8221; Sie verabredeten, dass er bis dahin alle Abend zu ihr kommen sollte, denn bei Tag kam die Alte. Die Zauberin merkte auch nichts davon, bis einmal Rapunzel anfing und zu ihr sagte: &amp;#8220;Sag Sie mir doch, Frau Gothel, wie kommt es nur, sie wird mir viel schwerer heraufzuziehen als der junge Königssohn, der ist in einem Augenblick bei mir.&amp;#8221; - &amp;#8220;Ach du gottloses Kind,&amp;#8221; rief die Zauberin, &amp;#8220;was muss ich von dir hören, ich dachte, ich hätte dich von aller Welt geschieden, und du hast mich doch betrogen!&amp;#8221; In ihrem Zorne packte sie die schönen Haare der Rapunzel, schlug sie ein paarmal um ihre linke Hand, griff eine Schere mit der rechten, und ritsch, ratsch waren sie abgeschnitten, und die schönen Flechten lagen auf der Erde. Und sie war so unbarmherzig, dass sie die arme Rapunzel in eine Wüstenei brachte, wo sie in großem Jammer und Elend leben musste.


Denselben Tag aber, wo sie Rapunzel verstoßen hatte, machte abends die Zauberin die abgeschnittenen Flechten oben am Fensterhaken fest, und als der Königssohn kam und rief: 

&amp;#8220;Rapunzel, Rapunzel,

Laß dein Haar herunter.&amp;#8221;

so ließ sie die Haare hinab. Der Königssohn stieg hinauf, aber er fand oben nicht seine liebste Rapunzel, sondern die Zauberin, die ihn mit bösen und giftigen Blicken ansah. &amp;#8220;Aha,&amp;#8221; rief sie höhnisch, &amp;#8220;du willst die Frau Liebste holen, aber der schöne Vogel sitzt nicht mehr im Nest und singt nicht mehr, die Katze hat ihn geholt und wird dir auch noch die Augen auskratzen. Für dich ist Rapunzel verloren, du wirst sie nie wieder erblicken.&amp;#8221; Der Königssohn geriet außer sich vor Schmerzen, und in der Verzweiflung sprang er den Turm herab: das Leben brachte er davon, aber die Dornen, in die er fiel, zerstachen ihm die Augen. Da irrte er blind im Walde umher, aß nichts als Wurzeln und Beeren, und tat nichts als jammern und weinen über den Verlust seiner liebsten Frau. So wanderte er einige Jahre im Elend umher und geriet endlich in die Wüstenei, wo Rapunzel mit den Zwillingen, die sie geboren hatte, einem Knaben und Mädchen, kümmerlich lebte. Er vernahm eine Stimme, und sie deuchte ihn so bekannt; da ging er darauf zu, und wie er herankam, erkannte ihn Rapunzel und fiel ihm um den Hals und weinte. Zwei von ihren Tränen aber benetzten seine Augen, da wurden sie wieder klar, und er konnte damit sehen wie sonst. Er führte sie in sein Reich, wo er mit Freude empfangen ward, und sie lebten noch lange glücklich und vergnügt.

&lt;a href='http://xoup.de/audio/grimm/grimm_rapunzel.mp3' target='_blank'&gt;&lt;strong&gt;Rapunzel Mp3 &lt;/strong&gt;11 min.
&lt;/a&gt;]]></description>
        <pubDate>Sun, 14 Feb 2010 01:00:49 +0200</pubDate>
        <category>Hörbücher</category>
      </item>
      <item>
        <title>Das Rotkäppchen</title>
        <link>http://www.yabancidil.info/readarticle.php?article_id=183</link>
        <guid>http://www.yabancidil.info/readarticle.php?article_id=183</guid>
        <description><![CDATA[&lt;strong&gt;Rotkäppchen&lt;/strong&gt;

Es war einmal eine kleine süße Dirne, die hatte jedermann lieb, der sie nur ansah, am allerliebsten aber ihre Großmutter, die wußte gar nicht, was sie alles dem Kinde geben sollte. Einmal schenkte sie ihm ein Käppchen von rotem Sammet, und weil ihm das so wohl stand und es nichts anders mehr tragen wollte, hieß es nur das Rotkäppchen. Eines Tages sprach seine Mutter zu ihm: »Komm, Rotkäppchen, da hast du ein Stück Kuchen und eine Flasche Wein, bring das der Großmutter hinaus; sie ist krank und schwach und wird sich daran laben. Mach dich auf, bevor es heiß wird, und wenn du hinauskommst, so geh hübsch sittsam und lauf nicht vom Weg ab, sonst fällst du und zerbrichst das Glas, und die Großmutter hat nichts. Und wenn du in ihre Stube kommst, so vergiß nicht, guten Morgen zu sagen, und guck nicht erst in alle Ecken herum.«

»Ich will schon alles gut machen«, sagte Rotkäppchen zur Mutter und gab ihr die Hand darauf. Die Großmutter aber wohnte draußen im Wald, eine halbe Stunde vom Dorf. Wie nun Rotkäppchen in den Wald kam, begegnete ihm der Wolf. Rotkäppchen aber wußte nicht, was das für ein böses Tier war, und fürchtete sich nicht vor ihm. »Guten Tag, Rotkäppchen«, sprach er. »Schönen Dank, Wolf.« »Wo hinaus so früh, Rotkäppchen?« »Zur Großmutter.« »Was trägst du unter der Schürze?« »Kuchen und Wein: gestern haben wir gebacken, da soll sich die kranke und schwache Großmutter etwas zugut tun und sich damit stärken.« »Rotkäppchen, wo wohnt deine Großmutter?« »Noch eine gute Viertelstunde weiter im Wald, unter den drei großen Eichbäumen, da steht ihr Haus, unten sind die Nußhecken, das wirst du ja wissen«, sagte Rotkäppchen. Der Wolf dachte bei sich: »Das junge zarte Ding, das ist ein fetter Bissen, der wird noch besser schmecken als die Alte: du mußt es listig anfangen, damit du beide erschnappst.« Da ging er ein Weilchen neben Rotkäppchen her, dann sprach er: »Rotkäppchen, sieh einmal die schönen Blumen, die ringsumher stehen, warum guckst du dich nicht um? Ich glaube, du hörst gar nicht, wie die Vöglein so lieblich singen? Du gehst ja für dich hin, als wenn du zur Schule gingst, und ist so lustig haußen in dem Wald.«

Rotkäppchen schlug die Augen aut, und als es sah, wie die Sonnenstrahlen durch die Bäume hin und her tanzten und alles voll schöner Blumen stand, dachte es: »Wenn ich der Großmutter einen frischen Strauß mitbringe, der wird ihr auch Freude machen; es ist so früh am Tag, daß ich doch zu rechter Zeit ankomme«, lief vom Wege ab in den Wald hinein und suchte Blumen. Und wenn es eine gebrochen hatte, meinte es, weiter hinaus stände eine schönere, und lief darnach, und geriet immer tiefer in den Wald hinein. Der Wolf aber ging geradeswegs nach dem Haus der Großmutter und klopfte an die Türe. »Wer ist draußen?« »Rotkäppchen, das bringt Kuchen und Wein, mach auf.« »Drück nur auf die Klinke«, rief die Großmutter, »ich bin zu schwach und kann nicht aufstehen. « Der Wolf drückte auf die Klinke, die Türe sprang auf, und er ging, ohne ein Wort zu sprechen, gerade zum Bett der Großmutter und verschluckte sie. Dann tat er ihre Kleider an, setzte ihre Haube auf, legte sich in ihr Bett und zog die Vorhänge vor.

Rotkäppchen aber war nach den Blumen herumgelaufen, und als es so viel zusammen hatte, daß es keine mehr tragen konnte, fiel ihm die Großmutter wieder ein, und es machte sich auf den Weg zu ihr. Es wunderte sich, daß die Türe aufstand, und wie es in die Stube trat, so kam es ihm so seltsam darin vor, daß es dachte: »Ei, du mein Gott, wie ängstlich wird mir's heute zumut, und bin sonst so gerne bei der Großmutter!« Es rief »Guten Morgen«, bekam aber keine Antwort. Darauf ging es zum Bett und zog die Vorhänge zurück: da lag die Großmutter und hatte die Haube tief ins Gesicht gesetzt und sah so wunderlich aus. »Ei, Großmutter, was hast du für große Ohren!« »Daß ich dich besser hören kann.« »Ei, Großmutter, was hast du für große Augen!« »Daß ich dich besser sehen kann.« »Ei, Großmutter, was hast du für große Hände« »Daß ich dich besser packen kann.« »Aber, Großmutter, was hast du für ein entsetzlich großes Maul!« »Daß ich dich besser fressen kann.« Kaum hatte der Wolf das gesagt, so tat er einen Satz aus dem Bette und verschlang das arme Rotkäppchen.

Wie der Wolf sein Gelüsten gestillt hatte, legte er sich wieder ins Bett, schlief ein und fing an, überlaut zu schnarchen. Der Jäger ging eben an dem Haus vorbei und dachte: »Wie die alte Frau schnarcht, du mußt doch sehen, ob ihr etwas fehlt.« Da trat er in die Stube, und wie er vor das Bette kam, so sah er, daß der Wolf darin lag. »Finde ich dich hier, du alter Sünder«, sagte er, »ich habe dich lange gesucht. « Nun wollte er seine Büchse anlegen, da fiel ihm ein, der Wolf könnte die Großmutter gefressen haben und sie wäre noch zu retten: schoß nicht, sondern nahm eine Schere und fing an, dem schlafenden Wolf den Bauch aufzuschneiden. Wie er ein paar Schnitte getan hatte, da sah er das rote Käppchen leuchten, und noch ein paar Schnitte, da sprang das Mädchen heraus und rief: »Ach, wie war ich erschrocken, wie war's so dunkel in dem Wolf seinem Leib!« Und dann kam die alte Großmutter auch noch lebendig heraus und konnte kaum atmen. Rotkäppchen aber holte geschwind große Steine, damit füllten sie dem Wolf den Leib, und wie er aufwachte, wollte er fortspringen, aber die Steine waren so schwer, daß er gleich niedersank und sich totfiel.

Da waren alle drei vergnügt; der Jäger zog dem Wolf den Pelz ab und ging damit heim, die Großmutter aß den Kuchen und trank den Wein, den Rotkäppchen gebracht hatte, und erholte sich wieder, Rotkäppchen aber dachte: »Du willst dein Lebtag nicht wieder allein vom Wege ab in den Wald laufen, wenn dir's die Mutter verboten hat.«

Es wird auch erzählt, daß einmal, als Rotkäppchen der alten Großmutter wieder Gebackenes brachte, ein anderer Wolf ihm zugesprochen und es vom Wege habe ableiten wollen. Rotkäppchen aber hütete sich und ging gerade fort seines Wegs und sagte der Großmutter, daß es dem Wolf begegnet wäre, der ihm guten Tag gewünscht, aber so bös aus den Augen geguckt hätte: »Wenn's nicht auf offner Straße gewesen wäre, er hätte mich gefressen.« »Komm«, sagte die Großmutter, »wir wollen die Türe verschließen, daß er nicht herein kann.« Bald darnach klopfte der Wolf an und rief: »Mach auf, Großmutter, ich bin das Rotkäppchen, ich bring dir Gebackenes.« Sie schwiegen aber still und machten die Türe nicht auf: da schlich der Graukopf etlichemal um das Haus, sprang endlich aufs Dach und wollte warten, bis Rotkäppchen abends nach Haus ginge, dann wollte er ihm nachschleichen und wollt's in der Dunkelheit fressen. Aber die Großmutter merkte, was er im Sinn hatte. Nun stand vor dem Haus ein großer Steintrog, da sprach sie zu dem Kind: »Nimm den Eimer, Rotkäppchen, gestern hab ich Würste gekocht, da trag das Wasser, worin sie gekocht sind, in den Trog.« Rotkäppchen trug so lange, bis der große, große Trog ganz voll war. Da stieg der Geruch von den Würsten dem Wolf in die Nase, er schnupperte und guckte hinab, endlich machte er den Hals so lang, daß er sich nicht mehr halten konnte und anfing zu rutschen: so ruschte er vom Dach herab, gerade in den großen Trog hinein, und ertrank. Rotkäppchen aber ging fröhlich nach Haus, und tat ihm niemand etwas zuleid.

&lt;a href='http://xoup.de/audio/grimm/grimm_rotkaeppchen.mp3' target='_blank'&gt;&lt;strong&gt;Das Rotkäppchen Mp3 &lt;/strong&gt;9 min.
&lt;/a&gt;]]></description>
        <pubDate>Sun, 14 Feb 2010 00:54:58 +0200</pubDate>
        <category>Hörbücher</category>
      </item>
      <item>
        <title>Das alte Haus</title>
        <link>http://www.yabancidil.info/readarticle.php?article_id=182</link>
        <guid>http://www.yabancidil.info/readarticle.php?article_id=182</guid>
        <description><![CDATA[Das alte Haus

Drüben in der Straße stand ein altes, altes Haus, das war fast dreihundert Jahr alt, so konnte man an einem Balken lesen, an dem die Jahreszahl zugleich mit Tulpen und Hopfenranken eingekerbt war. Da standen ganze Verse in der Schreibweise alter Tage, und über jedem Fenster war ein fratzenhaftes Gesicht in den Balken eingeschnitten. Das obere Stockwerk hing weit über das untere, und unter dem Dache war eine Bleirinne mit Drachenköpfen. Das Regenwasser sollte aus dem Rachen herauslaufen, aber es lief aus dem Bauche, denn es war ein Loch in der Rinne.
Alle anderen Häuser in der Straße waren so neu und so nett, mit großen Scheiben und glatten Wänden, und man konnte wohl sehen, dass sie nichts mit dem alten Haus zu tun haben wollten. Sie dachten wohl: &quot;Wie lange soll das Gerümpel hier noch der Straße zur Schande stehen bleiben. Der Erker steht so weit heraus, dass niemand aus unseren Fenstern sehen kann, was auf der anderen Seite geschieht! Die Treppe ist so breit, wie bei einem Schloss und so hoch wie bei einem Kirchturm. Das Eisengeländer sieht ja aus, wie die Tür zu einem alten Erbbegräbnis, dazu hat es noch Messingknöpfe. Das ist geschmacklos!&quot;
Gerade gegenüber in der Straße standen auch neue und nette Häuser, und sie dachten wie die anderen. Aber am Fenster saß hier ein kleiner Knabe mit frischen, roten Wangen, mit klaren, strahlenden Augen, dem das alte Haus am besten gefiel sowohl im Sonnenschein wie im Mondschein. Wenn er nach der Mauer hinüber sah, wo der Kalk abgebröckelt war, konnte er sitzen und sich die wunderbarsten Bilder ausdenken: wie wohl die Straße früher ausgesehen haben mochte mit Treppen, Erkern und spitzen Giebeln. Er konnte Soldaten mit Hellebarden sehen, und Dachrinnen, die wie Drachen und Lindwürmer herumliefen. - Das war so recht ein Haus zum Betrachten. Und drüben wohnte ein alter Mann; der ging in Kniehosen, hatte einen Rock mit großen Messingknöpfen und eine Perücke, bei der man sehen konnte, dass es eine wirkliche Perücke war. Jeden Morgen kam ein alter Diener zu ihm, der aufräumte und Gänge besorgte. Sonst war der alte Mann in den Kniehosen ganz allein in dem alten Hause. Zwischendurch kam er wohl einmal ans Fenster und sah hinaus, und der kleine Knabe nickte zu ihm hinüber; der alte Mann nickte wieder, und so wurden sie Bekannte, und so wurden sie Freunde, obwohl sie niemals miteinander gesprochen hatten. Aber das war auch unnötig.
Der kleine Knabe hörte seine Eltern sagen: &quot;Der alte Mann da drüben hat es gut, aber er ist so schrecklich allein!&quot;
Am nächsten Sonntag nahm der kleine Knabe etwas, wickelte es in ein Stück Papier, ging vor die Tür, und als der Diener, der die Gänge besorgte, vorbeikam, sagte er zu ihm: &quot;Hör, willst Du dem alten Mann da drüben das von mir bringen? Ich habe zwei Zinnsoldaten, dies ist der eine; er soll ihn haben, denn ich weiß, dass er so schrecklich allein ist.&quot;
Und der alte Diener sah ganz vergnügt aus, nickte und trug den Zinnsoldaten hinüber in das alte Haus. Darauf kam von drüben ein Bote mit der Anfrage, ob der kleine Knabe wohl Lust hätte, selbst einmal herüber zu kommen und Besuch zu machen. Dazu bekam er von seinen Eltern Erlaubnis, und so kam er in das alte Haus hinüber.
Die Messingknöpfe am Treppengeländer glänzten viel stärker als sonst. Man hätte glauben mögen, dass sie des Besuches wegen poliert worden wären. Und es war, als ob die geschnitzten Trompeter - denn es waren geschnitzte Trompeter an der Tür, die in den Tulpen standen - aus Leibeskräften bliesen; ihre Backen sahen viel dicker aus als zuvor. Ja, sie bliesen: &quot;Tratteratära. Der kleine Knabe kommt. Tratteratära!&quot; und dann ging die Türe auf. Den ganzen Gang entlang hingen alte Porträts, Ritter in Harnischen und Frauen in Seidenkleidern. Und die Harnische rasselten und die seiden Kleider raschelten! Dann kam eine Treppe, die ging ein großes Stück hinauf und ein kleines hinab und dann war man auf einem Altan, der freilich sehr altersschwach und voller großer Löcher und Risse war, aber daraus hervor wuchsen Gras und Blätter; denn der ganze Altan, der Hof und die Mauern waren mit soviel Grün bewachsen, dass es wie ein Garten aussah. Aber es war nur ein Altan. Hier standen alte Blumentöpfe, die Gesichter und Eselsohren hatten. Die Blumen darin wuchsen aber ganz wie sie selbst wollten. In dem einen Topf liefen die Nelken nach allen Seiten über den Rand, das heißt das Grüne, Schössling neben Schössling, und ganz deutlich sagten sie: &quot;Die Luft hat mich gestreichelt, die Sonne hat mich geküsst und mir am Sonntag eine kleine Blume versprochen, eine kleine Blume am Sonntag.&quot;
Und dann kamen sie in eine Kammer hinein, wo die Wände mit Schweinsleder bezogen waren, darauf waren goldene Blumen gedruckt.
&quot;Vergoldung vergeht, aber Schweinsleder besteht&quot; sagten die Wände.
Und Lehnstühle standen da mit hohen Rücken, über und über geschnitzt, und mit Armen an beiden Seiten. &quot;Sitz nieder! Sitz nieder!&quot; sagten sie; &quot;O, wie es in mir knackt! Nun bekomme ich die Gicht wie der alte Schrank. Gicht im Rücken. O!&quot;
Und dann kam der kleine Knabe in die Stube hinein, wo der Erker war und wo der alte Mann saß.
&quot;Schönen Dank für den Zinnsoldaten, mein kleiner Freund&quot; sagte der alte Mann. &quot;Und Dank, dass Du zu mir herüberkommst!&quot;
&quot;Dank, Dank,&quot; oder &quot;Knack, Knack,&quot; sagte es in allen Möbeln. Da waren so viele, dass sie sich fast im Wege standen, um den kleinen Knaben anzusehen.
Mitten an der Wand hing eine Malerei mit einer wunderschönen Dame, so jung, so froh, aber ganz so gekleidet, wie vor alten Zeiten, mit Puder im Haar und Kleidern, die ganz steif um sie herum standen. Sie sagte weder &quot;Dank&quot; noch &quot;Knack&quot;, aber sah mit ihren freundlichen Augen den kleinen Knaben an, der sogleich den alten Mann fragte: &quot;Wo hast Du sie her bekommen?&quot;
&quot;Drüben vom Trödler&quot; sagte der alte Mann. &quot;Da hängen so viele Bilder. Keiner kennt sie mehr und macht sich etwas daraus, denn alle sind nun begraben. Aber in alten Tagen habe ich sie gekannt; nun ist sie tot schon seit fast einem halben Jahrhundert&quot;
Und unter der Malerei hing unter Glas ein verwelkter Blumenstrauß. Der hatte gewiss auch ein halbes Jahrhundert gesehen, so alt war er. Und der Perpendikel an der großen Uhr ging hin und her und der Zeiger drehte sich und alle Dinge in der Stube wurden immer älter, aber das merkten sie nicht.
&quot;Sie sagen zuhause,&quot; sagte der kleine Knabe, &quot;dass Du so schrecklich einsam bist.&quot;
&quot;O,&quot; sagte er, &quot;die alten Gedanken mit allem, was sie so mit sich führen können, kommen und besuchen mich, und nun kommst Du ja auch. Mir geht es ganz gut.&quot;
&quot;Und dann nahm er vom Bücherbrett ein Buch mit Bildern. Darin waren ganze Aufzüge, die wunderlichsten Karossen, die man heute nicht mehr zu sehen bekommt, Soldaten wie auf den Spielkarten und Bürger mit wehenden Fahnen. Die Schneider hatten eine mit einer Schere, die von zwei Löwen gehalten wurde, und die Schuhmacher hatten eine ohne Stiefel, aber mit einem Adler, der zwei Köpfe besaß, denn die Schuhmacher müssen alles so haben, dass sie sagen können: das ist ein Paar. - Ja, das war ein Bilderbuch.
Und der alte Mann ging in die andere Stube, um Eingezuckertes und Äpfel und Nüsse zu holen; - es war wirklich prächtig hier drüben in dem alten Hause.
&quot;Ich kann es nicht aushalten!&quot; sagte der Zinnsoldat, der auf der Kommode stand; &quot;hier ist es so einsam und traurig; nein, wenn man einmal Familienleben kennen gelernt hat, kann man sich hier nicht eingewöhnen. - Ich kann das nicht aushalten! Der ganze Tag ist so lang und der Abend noch länger. Hier ist es nicht wie drüben bei Dir, wo Deine Mutter und Dein Vater so fröhlich miteinander sprachen, und wo Du und alle Ihr süßen Kinder einen so prächtigen Spektakel machtet! Nein, wie allein der alte Mann ist. Glaubst Du, er bekommt einen Kuss? Glaubst Du, jemand macht ihm freundliche Augen oder einen Weihnachtsbaum? Er bekommt gar nichts, nur ein Begräbnis - Ich kann das nicht aushalten!&quot;
&quot;Du musst es nicht so schwer nehmen!&quot; sagte der kleine Knabe, &quot;mir kommt es hier herrlich vor, und alle die alten Gedanken mit dem, was sie so mit sich führen können, kommen ja auch und machen Besuch.&quot;
&quot;Ja, die sehe ich nicht, und die kenne ich nicht&quot; sagte der Zinnsoldat. &quot;Ich kann das nicht aushalten!&quot;
&quot;Das musst Du&quot; sagte der kleine Knabe.
Und der alte Mann kam mit dem vergnügtesten Gesicht und mit dem herrlichsten Eingemachten und Äpfeln und Nüssen, und da dachte der kleine Knabe nicht mehr an den Zinnsoldaten.
Glücklich und froh kam der kleine Knabe heim. Es vergingen Wochen und Tage, es wurde zu dem alten Hause und von dem alten Hause hinübergenickt, und dann kam der kleine Knabe wieder hinüber.
Und die geschnitzten Trompeter bliesen: &quot;Tratteratära. Da ist der kleine Knabe. Tratteratära&quot; Und Schwerter und Rüstungen auf den alten Ritterbildern rasselten und die Seidenkleider raschelten, das Schweinsleder sprach und die alten Stühle hatten Gicht im Rücken: &quot;au!&quot; Es war ganz genau wie beim ersten Mal, denn hier drüben war ein Tag und eine Stunde ganz wie die andere.
&quot;Ich kann das nicht aushalten!&quot; sagte der Zinnsoldat. &quot;Ich habe Zinn geweint! Hier ist es allzu traurig lass mich lieber in den Krieg ziehen und Arme und Beine verlieren! Das ist doch eine Abwechslung. Ich kann das nicht aushalten! - nun weiß ich, was das heißt, Besuch von seinen alten Gedanken zu bekommen, mit dem was sie mit sich führen können. Ich habe von meinen Besuch gehabt, und Du kannst mir glauben, es ist kein Vergnügen auf die Dauer. Ich war zuletzt nahe daran, von der Kommode zu springen. Euch alle da drüben sah ich so deutlich, als ob Ihr wirklich hier wäret; es war wieder der Sonntagmorgen - Du weißt doch noch. Alle Ihr Kinder standet vor dem Tische und sangt Eure Lieder, wie Ihr sie jeden Morgen singt. Ihr standet andächtig mit gefalteten Händen, und Vater und Mutter waren ebenso feierlich, und dann ging die Tür auf, und die kleine Schwester Maria, die noch nicht zwei Jahre alt war, und die immer tanzte, wenn sie Musik oder Gesang hörte, was für eine Art es auch sein mochte, wurde hereingeschoben. Sie sollte es nun eigentlich nicht - aber sie fing an zu tanzen, konnte jedoch nicht recht in den Takt kommen, denn die Töne waren so lang, und so stand sie erst auf dem einen Bein und bog den Kopf ganz nach vorn über, und dann auf dem andern Bein und den Kopf noch weiter vornüber, aber es wollte nicht recht gehen. Ihr standet alle ganz ernst da, obgleich es recht schwer hielt damit; ich aber lachte innerlich, und deshalb fiel ich vom Tische herunter und bekam eine Beule, mit der ich jetzt noch gehe, denn es war nicht recht von mir, zu lachen. Aber das Ganze zieht jetzt wieder innerlich an mir vorüber und noch manches andere, was ich so erlebt habe. Das werden wohl die alten Gedanken sein, mit allem, was sie mit sich führen können. Sag mir, singt Ihr noch immer an den Sonntagen? Erzähle mir ein bisschen von der kleinen Maria. Und wie geht es meinem Kameraden, dem andern Zinnsoldaten? Ja, er ist wirklich glücklich. Ich kann das nicht aushalten.&quot;
&quot;Du bist weggeschenkt!&quot; sagte der kleine Knabe. &quot;Du musst bleiben. Kannst Du das nicht einsehen?&quot;
Und der alte Mann kam mit einem Kasten, worin es viele Dinge zu sehen gab, seltsame, kleine Häuschen, Balsambüchsen und alte Karten, so groß und dick vergoldet, wie man sie jetzt gar nicht mehr sieht. Und es wurden große Schubladen aufgezogen und das Klavier wurde geöffnet; das hatte eine Landschaft inwendig auf dem Deckel und war ganz heiser, als der alte Mann darauf spielte. Er summte dabei eine alte Weise.
&quot;Ja, die konnte sie singen&quot; sagte er, und dann nickte er zu dem Porträt hinüber, das er beim Trödler gekauft hatte, und des alten Mannes Augen leuchteten auf.
&quot;Ich will in den Krieg! Ich will in den Kriegt&quot; rief plötzlich der Zinnsoldat so laut er konnte und stürzte sich auf den Fußboden.
Ja, wo war er geblieben? Der alte Mann suchte, der kleine Knabe suchte, aber fort war er und fort blieb er. &quot;Ich werde ihn schon finden!&quot; sagte der Alte, aber er fand ihn nie mehr! Der Fußboden hatte allzu große Löcher und Ritzen. Der Zinnsoldat war durch eine Spalte gefallen, und dort lag er im offenen Grabe.
Und der Tag verging, und der kleine Knabe kam heim, und die Woche verging und noch viele Wochen. Die Fenster waren ganz zugefroren. Der kleine Knabe musste sitzen und darauf blasen, um ein Guckloch zu dem alten Haus hinüber zu bekommen. Dort war der Schnee in alle Schnörkel und Inschriften hineingefegt. Er lag dicht über der Treppe, gerade, als sei niemand dort zuhause. Und es war auch niemand zuhause, der alte Mann war tot.
Am Abend hielt ein Wagen davor, und zu ihm herunter trug man ihn in seinem Sarge. Er sollte draußen auf dem Lande in seinem Erbbegräbnis beerdigt werden. Da fuhr er nun, aber niemand folgte, alle seine Freunde waren ja tot. Nur der kleine Knabe warf dem Sarge viele Kusshände nach, als er fortfuhr.
Einige Tage später war Auktion in dem alten Hause, und der kleine Knabe sah von seinem Fenster aus, wie man die alten Ritter und die alten Damen, die Blumentöpfe mit den langen Ohren, die alten Stühle und die alten Schränke wegtrug. Einiges kam hierhin, einiges dorthin. Das Porträt von ihr, das er beim Trödler gefunden hatte, kam wieder zum Trödler und dort blieb es hängen; denn nun kannte sie niemand mehr, und niemand kümmerte sich um das alte Bild.
Im Frühjahr riss man auch das Haus nieder, denn es sei nur ein altes Gerümpel, sagten die Leute. Von der Straße aus konnte man gerade in die Stuben mit dem Schweinslederbezug hineinsehen, der zerfetzt und heruntergerissen wurde. Und all das Grüne hing vom Altan wild um die fallenden Balken herab. - Und dann wurde dort aufgeräumt.
&quot;Das half!&quot; sagten die Nachbarhäuser.
Und es wurde ein herrliches, neues Haus dort gebaut mit großen Fenstern und weißen, glatten Mauern. Aber vorne, wo eigentlich das alte Haus gestanden hatte, wurde ein kleiner Garten angelegt, und zu des Nachbarhauses Mauern hinauf wuchsen wilde Weinranken. Vor den Garten kam ein großes eisernes Gitter mit eiserner Tür; das sah gar stattlich aus. Die Leute standen still und schauten hinein. Und die Spatzen hingen sich dutzendweil an die Weinranken und nahmen einander das Wort vom Munde, so gut sie konnten, aber es war nicht das alte Haus, worüber sie sprachen, denn darauf konnten sie sich nicht besinnen. Es waren nun schon so viele Jahre darüber hingegangen, dass der kleine Knabe zu einem großen Manne herangewachsen war, ja, zu einem tüchtigen Mann, an dem seine Eltern Freude hatten. Er hatte sich eben verheiratet und war mit seiner kleinen Frau hier in das Haus gezogen, wo der Garten war. Und er stand dort bei ihr, während sie eine Feldblume pflanzte, die sie gar niedlich fand. Sie pflanzte sie mit ihrer kleinen Hand und klopfte die Erde mit den Fingern fest. - Au, was war das? Sie hatte sich gestochen. Da saß etwas Spitzes gerade oben auf der weichen Erde.
Es war - ja denk nur. Es war der Zinnsoldat, er, der bei dem alten Mann da oben fortgekommen war, der inzwischen bei Zimmerholz und Schutt herumgebummelt, sich tüchtig getummelt und zuletzt viele Jahre lang in der Erde gelegen hatte.
Und die junge Frau wischte den Soldaten zuerst mit einem grünen Blatte, dann mit ihrem feinen Taschentuch ab; das hatte einen so lieblichen Duft. Und es war dem Zinnsoldaten, als erwache er aus einer Ohnmacht.
&quot;Lass mich sehen!&quot; sagte der junge Mann, dann lachte er und schüttelte den Kopf. &quot;Ja, er kann es wohl nicht gut sein, aber er erinnert mich an eine Geschichte mit einem Zinnsoldaten, die geschah, als ich noch ein kleiner Knabe war.&quot; Und dann erzählte er seiner Frau von dem alten Hause und dem alten Manne und dem Zinnsoldaten, den er ihm hinübergeschickt hatte, weil er so schrecklich allein war. Und er erzählte es ganz genau so, wie es wirklich gewesen war, so dass der jungen Frau Tränen in die Augen stiegen über das alte Haus und den alten Mann.
&quot;Es kann doch sein, dass es derselbe Zinnsoldat ist!&quot; sagte sie. &quot;Ich will ihn aufbewahren und alles behalten, was Du mir erzählt hast. Aber des alten Mannes Grab musst Du mir zeigen!&quot;
&quot;Ja, das weiß ich nicht,&quot; sagte er, &quot;und niemand weiß es. Alle seine Freunde waren tot, niemand kümmerte sich darum, und ich war ja ein kleiner Knabe.&quot;
&quot;Wie schrecklich allein muss er gewesen sein.&quot; sagte sie.
&quot;Schrecklich allein!&quot; sagte der Zinnsoldat, &quot;aber es ist herrlich, nicht vergessen zu sein.&quot;
&quot;Herrlich!&quot; rief etwas dicht daneben; aber niemand außer dem Zinnsoldaten sah, dass es ein Fetzen von dem schweinsledernen Bezuge war. Er war ohne alle Vergoldung und sah aus wie nasse Erde, aber eine Meinung hatte er, und die sprach er aus:
&quot;Vergoldung vergeht, Aber Schweinsleder besteht.&quot; Doch das glaubte der Zinnsoldat nicht.

&lt;a href='http://xoup.de/audio/andersen/andersen_haus.mp3' target='_blank'&gt;&lt;strong&gt;Das alte Haus&lt;/strong&gt; Mp3 22:10 min.&lt;/a&gt;]]></description>
        <pubDate>Sun, 14 Feb 2010 00:41:02 +0200</pubDate>
        <category>Hörbücher</category>
      </item>
      <item>
        <title>Das Sternenkind</title>
        <link>http://www.yabancidil.info/readarticle.php?article_id=181</link>
        <guid>http://www.yabancidil.info/readarticle.php?article_id=181</guid>
        <description><![CDATA[Das Sternenkind

Es waren einmal zwei arme Holzfäller, die gingen ihres Weges heim durch einen großen Tannenwald. Es war Winter und eine bitterkalte Nacht. Dick lag der Schnee am Boden und auf den Ästen der Bäume. Wo sie gingen, knickte der Frost links und rechts die kleinen Zweige, und als sie zur Bergquelle kamen, siehe! da hing sie reglos in der Luft, denn der Eiskönig hatte sie geküsst.
So kalt war es, dass selbst die Tiere und Vögel nicht wussten, was sie davon halten sollten.
»Hu!« knurrte der Wolf, als er mit eingezogenem Schwanz durch das Dickicht humpelte. »Das ist ja ein geradezu widernatürliches Wetter. Warum kümmert sich die Regierung nicht darum?« »Twiet, twiet, twiet!« zwitscherten die grünen Hänflinge. »Die alte Erde ist tot, und man hat sie in ihrem weißen Leilach aufgebahrt.«
»Die Erde will Hochzeit halten, und dies ist ihr Brautkleid«, raunten die Turteltauben einander zu. Ihre kleinen blassroten Füße waren ganz erfroren, aber sie hielten es für ihre Pflicht, die Umstände in einem romantischen Licht zu betrachten.
»Unsinn!« heulte der Wolf »Ich sage euch, an all dem ist nur die Regierung schuld, und wenn ihr mir nicht glaubt, fresse ich euch.« Der Wolf hatte einen von Grund auf praktischen Sinn und war nie um ein gutes Argument verlegen.
»Nun, ich für mein Teil«, sagte der Specht, der ein geborener Philosoph war, »ich mache mir nichts aus analysierenden Betrachtungen. Wenn etwas soundso ist, dann ist es so, und gegenwärtig ist es grässlich kalt.«
Grässlich kalt war es zweifellos. Die kleinen Eichhörnchen, die im Innern der großen Föhre wohnten, rieben ständig ihre Nasen aneinander, um sich warm zu halten, und die Kaninchen kringelten sich in ihren Löchern zusammen und wagten nicht einmal, zum Einstieg hinauszuschauen. Die einzigen, die sich über die Kälte zu freuen schienen, waren die großen Uhus. Ihr Gefieder war ganz steif vom Rauhreif, aber das machte ihnen nichts aus, und sie rollten ihre großen gelben Augen und riefen einander durch den Wald zu: »Tu-witt! Tu-hu! Tu-witt! Tu-hu! Welch herrliches Wetter haben wir!«
Weiter und weiter gingen die beiden Holzfäller, wobei sie kräftig auf ihre Finger hauchten und mit ihren mächtigen, eisenbeschlagenen Stiefeln auf den zusammengebackenen Schnee stampften. Einmal versanken sie in einer tiefen Schneewehe und kamen so weiß heraus wie Müller, wenn die Steine mahlen, und einmal rutschten sie auf dem harten, glatten Eis des gefrorenen Sumpfwassers aus, und das Reisig fiel aus ihren Bündeln, und sie mussten es auflesen und wieder zusammenbinden, und einmal glaubten sie schon, sie hätten den Weg verloren, und eine Riesenangst packte sie, da sie wussten, dass der Schnee grausam ist gegen solche, die in seinen Armen einschlafen. Doch sie vertrauten auf den guten heiligen Martin, der über alle Wanderer wacht, und gingen in ihrer Spur zurück und bewegten sich umsichtig, und am Ende erreichten sie den Saum des Waldes und erblickten weit drunten in dem Tal zu ihren Füßen die Lichter des Dorfes, in dem sie wohnten. So überglücklich waren sie über ihre Errettung, dass sie lauthals lachten, und die Erde erschien ihnen wie eine Blume aus Silber und der Mond wie eine Blume aus Gold.
Doch nachdem sie gelacht hatten, wurden sie traurig, da sie ihrer Armut gedachten, und der eine von ihnen sagte zu dem anderen: »Warum war uns so vergnügt zumute, da doch das Leben für die Reichen da ist und nicht für solche wie wir? Besser wir wären im Wald vor Kälte gestorben oder ein wildes Tier hätte uns angefallen und umgebracht.«
»Wahrhaftig«, antwortete sein Gefährte, »manchen ist viel gegeben und anderen wenig. Die Ungerechtigkeit hat die Welt aufgeteilt, und nichts als die Sorge ist uns in gleichem Maße beschieden.«
Doch während sie einander ihr Elend klagten, geschah etwas Seltsames. Vom Himmel fiel ein sehr heller und schöner Stern. Er glitt seitlich vom Himmel herab, vorbei an den anderen Sternen, und als sie ihn staunend beobachteten, schien es ihnen, als sinke er hinter einer Weidengruppe nieder, die, keinen Steinwurf entfernt, an einer kleinen Schafbürde stand.
»Ei! Da liegt ein Topf voll Gold für den, der ihn findet«, riefen sie, und sie machten sich auf und rannten, so begierig waren sie nach dem Gold.
Und der eine lief schneller als sein Gefährte und war ihm voraus und bahnte sich seinen Weg durch die Weiden und kam auf der anderen Seite heraus, und siehe, da lag wirklich etwas Goldenes im Schnee. Er eilte hin, bückte sich und legte die Hände darauf, und es war ein Mantel aus Goldgewebe, kunstvoll mit Sternen durchwirkt und in viele Falten gelegt. Und er rief seinem Gefährten zu, er habe den Schatz gefunden, der vom Himmel gefallen, und als sein Gefährte herbeigekommen war, setzten sie sich in den Schnee und lockerten die Falten des Mantels, um die Goldstücke zu teilen. Aber ach, kein Gold war darin, kein Silber noch überhaupt irgendein Schatz, sondern nur ein kleines, schlafendes Kind.
Und der eine von ihnen sagte zu dem anderen: »Das ist ein bitteres Ende unserer Hoffnung, uns ist kein Glück zuteil geworden, denn was nützt einem Menschen ein Kind? Wir wollen es hier lassen und unseres Weges gehen, denn wir sind arm und haben eigene Kinder, deren Brot wir nicht einem anderen geben können.«
Doch sein Gefährte antwortete ihm: »Nein, es wäre übel getan, ließen wir das Kind hier, dass es im Schnee umkommt, und obgleich ich so arm bin wie du und viele Münder zu stopfen und nur wenig im Topf habe, will ich es doch mit nach Hause nehmen, und mein Weib soll für das Kind sorgen.«
Ganz behutsam hob er also das Kind auf und hüllte es in den Mantel, um es vor der grimmigen Kälte zu schützen, und ging seines Weges den Hügel hinab zum Dorf, während sich sein Gefährte höchlich verwundene über seine Torheit und Weichherzigkeit.
Und als sie zum Dorf kamen, sagte sein Gefährte zu ihm: »Du hast das Kind, also gib mir den Mantel, denn es ist recht und billig, dass wir teilen.«
Doch er antwortete ihm: »Nein, denn der Mantel ist weder mein noch dein, sondern gehört einzig und allein dem Kinde«, und er wünschte ihm einen guten Weg und ging zu seinem eigenen Hause und klopfte an.
Und als seine Frau die Tür öffnete und sah, dass ihr Mann unversehrt zu ihr zurückgekommen war, legte sie die Arme um seinen Hals und küsste ihn und nahm das Reisigbündel vom Rücken und bürstete den Schnee von seinen Stiefeln und hieß ihn eintreten.
Er aber sagte zu ihr: »Ich habe im Wald etwas gefunden und habe es dir mitgebracht, damit du es hütest«, und er rührte sich nicht von der Schwelle.
»Was ist es?« rief sie. »Zeig es mir, denn das Haus ist leer, und wir brauchen vieles.« Und er schlug den Mantel zurück und zeigte ihr das schlafende Kind.
»Meinje, lieber Mann!« klagte sie. »Haben wir nicht eigene Kinder, dass du unbedingt noch einen Wechselbalg an unsern Herd bringen musst? Und wer weiß, ob er uns nicht Unglück bringt? Und wie sollen wir ihn warten?« Und sie war zornig auf ihn.
»Nein, es ist ein Sternenkind«, antwortete er, und er erzählte ihr, auf wie seltsame Weise er es gefunden hatte.
Doch sie wollte sich nicht besänftigen lassen, sondern verlachte ihn und zürnte und sprach: »Unsere Kinder darben, und da sollen wir das Kind eines anderen füttern? Wer sorgt denn für uns? Und wer gibt uns Nahrung?«
»Nicht so, Gott sorgt selbst für die Sperlinge und speist sie«, antwortete er.
»Sterben nicht im Winter die Sperlinge vor Hunger?« fragte sie. »Und ist es jetzt nicht Winter?« Der Mann gab keine Antwort, rührte sich aber nicht von der Schwelle. 
Und ein scharfer Wind vom Walde her fuhr durch die offene Tür und ließ sie zittern, und es schauderte sie, und sie sagte zu ihm: »Willst du nicht die Tür schließen? Ein scharfer Wind fährt ins Haus, und ich friere.«
»Fährt nicht immer ein scharfer Wind in ein Haus, in dem ein hartes Herz wohnt?« fragte er. Und die Frau antwortete nicht, sondern kroch näher ans Feuer.
Und nach einer Weile drehte sie sich um und sah ihn an, und ihre Augen waren voll Tränen. Und er kam geschwind herein und legte ihr das Kind in die Arme, und sie küsste es und legte es in ein Bettchen, in dem das jüngste ihrer eigenen Kinder schlief Und am Morgen nahm der Holzfäller den wunderlichen goldenen Mantel und legte ihn in eine große Truhe, und seine Frau nahm eine Bernsteinkette, die das Kind um den Hals trug, und legte sie ebenfalls in die Truhe.
So wurde das Sternenkind mit den Kindern des Holzfällers aufgezogen und saß mit ihnen am selben Tisch und war ihr Spielgefährte. Und Jahr für Jahr ward es schöner anzusehen, so dass alle, die im Dorf wohnten, sich verwundenen, denn sie waren dunkel und schwarzhaarig, der Knabe aber war weiß und fein wie aus Elfenbein geschnitten, und seine Locken glichen den Blütenkränzen der Osterglocke. Auch seine Lippen waren wie Blütenblätter einer roten Blume, und seine Augen waren wie Veilchen an einem Strom klaren Wassers, und sein Leib glich der Narzisse auf einem Felde, wohin der Schnitter nicht kommt.
Doch seine Schönheit verdarb ihn. Denn er wurde hoffärtig und grausam und eigensüchtig. Die Kinder des Holzfällers und die anderen Kinder im Dorf verachtete er und sagte von ihnen, sie seien niederer Herkunft, während er hochgeboren sei, da er von einem Stern abstamme, und er machte sich zum Herrn über sie und nannte sie seine Diener. Kein Mitleid hatte er mit den Armen oder mit solchen, die blind oder verkrüppelt oder auf andere Weise leidend waren, sondern warf Steine nach ihnen und jagte sie hinaus auf die Straße und hieß sie ihr Brot anderswo erbetteln, so dass niemand außer den Geächteten zweimal in das Dorf kam, Almosen zu erbitten. Wahrlich, er war wie einer, der in die Schönheit verliebt ist, und pflegte über die Schwachen und Missgestalten zu spotten, und im Sommer, wenn die Winde sanft waren, lag er an dem Quell im Obstgarten des Priesters und blickte nieder auf das Wunder seines Antlitzes und lachte vor Freude, die ihm seine Schönheit bereitete.
Oft schalten ihn der Holzfäller und sein Weib und sagten: »Wir handelten an dir nicht so, wie du an denen handelst, die trostlos sind und niemanden haben, der ihnen beisteht. Warum bist du so grausam gegen alle, die Mitleid brauchen?«
Oft schickte der alte Priester nach ihm und versuchte, ihn die Liebe zu allen lebenden Geschöpfen zu lehren, und sprach zu ihm: »Die Fliege ist dein Bruder. Tu ihr nichts zuleide. Die wilden Vögel, die durch den Wald schwärmen, haben ihre Freiheit. Fange sie nicht zu deinem Vergnügen mit der Schlinge. Gott hat die Blindschleiche und den Maulwurf erschaffen, und ein jedes hat seinen Platz. Wer bist du, dass du Leid in Gottes Welt bringst? Selbst das Vieh auf dem Felde preiset lhn.«
Doch das Sternenkind achtete ihrer Worte nicht, sondern blickte finster und höhnte und ging zurück zu seinen Gefährten und führte sie an. Und seine Gefährten folgten ihm, denn er war schön und leichtfüßig und konnte tanzen und pfeifen und musizieren. Und wohin auch das Sternenkind sie führte, dahin folgten sie ihm, und was er sie auch tun hieß, das taten sie. Und wenn er mit einem scharfen Rohr dem Maulwurf die trüben Augen durchbohrte, dann lachten sie, und wenn er nach dem Aussätzigen mit Steinen warf, lachten sie gleichfalls. Und in allen Dingen beherrschte er sie, und sie wurden so hartherzig wie er.
Nun kam eines Tages ein armes Bettelweib durch das Dorf. Ihre Kleider waren zerrissen und zerlumpt, und ihre Füße bluteten von dem holprigen Weg, den sie gewandert war, und sie befand sich in einem sehr schlimmen Zustand. Und da sie müde war, setzte sie sich unter eine Kastanie, um auszuruhen.
Doch als das Sternenkind sie sah, sagte es zu seinen Gefährten: »Seht nur! Da sitzt ein schmutziges Bettelweib unter dem schönen, grünbelaubten Baum. Kommt, wir wollen sie von dort verjagen; denn sie ist hässlich und widerwärtig.«
Also ging er näher und warf mit Steinen nach ihr und verhöhnte sie, und sie sah ihn mit entsetzten Augen an und wandte nicht den Blick von ihm. Und als der Holzfäller, der ganz in der Nähe auf einem Hof Holz hackte, sah, was das Sternenkind tat, lief er hin und schalt ihn und sprach: »Wahrlich, du bist hartherzig und kennst kein Erbarmen, denn was hat dir diese arme Frau Böses getan, dass du sie auf solche Weise behandelst?«
Und das Sternenkind wurde rot vor Zorn und stampfte mit dem Fuß auf und sagte: »Wer bist du, dass ich dir Rechenschaft geben sollte über mein Tun? Ich bin nicht dein Sohn, dass ich dir gehorchen müsste.«
»Da sprichst du wahr«, antwortete der Holzfäller, »dennoch habe ich mich deiner erbarmt, als ich dich im Walde fand.« Und als die Frau diese Worte hörte, stieß sie einen lauten Schrei aus und fiel in Ohnmacht. Und der Holzfäller trug sie in sein Haus, und sein Weib kümmerte sich um sie, und als sie aus ihrer Ohnmacht erwachte, setzten sie ihr zu essen und zu trinken vor und luden sie ein, sich's bequem zu machen.
Aber sie wollte weder essen noch trinken, sondern fragte den Holzfäller: »Sagtest du nicht, der Knabe wurde im Wald gefunden? Und war das nicht heute vor zehn Jahren?«
Und der Holzfäller antwortete: »Ja, im Wald habe ich ihn gefunden, und das war heute vor zehn Jahren.«
»Und welche Kennzeichen fandest du an ihm?« rief sie. »Trug er nicht eine Bernsteinkette um den Hals? War er nicht gehüllt in einen Mantel aus Goldgewebe, mit Sternen bestickt?«
»Wahrhaftig«, erwiderte der Holzfäller, »es war so, wie du sagst.« Und er holte den Mantel und die Bernsteinkette aus der Truhe, darin sie lagen, und zeigte sie ihr.
Und als sie die beiden Dinge erblickte, weinte sie vor Freude und sagte: »Er ist mein kleiner Sohn, den ich im Wald verlor. Ich bitte dich, rufe ihn schnell, denn auf der Suche nach ihm habe ich die ganze Welt durchwandert.«
Also gingen der Holzfäller und sein Weib hinaus und riefen das Sternenkind und sprachen zu ihm: »Geh ins Haus, dort wirst du deine Mutter finden, die dich erwartet.«
So lief er hinein, von Staunen und großer Freude erfüllt. Doch als er jene erblickte, die dort wartete, lachte er höhnisch und sagte: »Nun, wo ist meine Mutter? Denn ich sehe hier niemanden als dies garstige Bettelweib.«
Und die Frau antwortete ihm: »Ich bin deine Mutter.«
»Du bist toll, so zu reden«, rief das Sternenkind zornig. »Ich bin nicht dein Sohn, denn du bist eine Bettlerin und hässlich und in Lumpen. Deshalb scher dich fort von hier und lass mich nie wieder dein abscheuliches Gesicht sehen.«
»Nicht so, du bist wirklich mein kleiner Sohn, den ich im Walde gebar«, rief sie, und sie fiel auf die Knie und streckte die Arme nach ihm aus. »Die Räuber stahlen dich von meiner Seite und überließen dich dem Tod«, sagte sie leise, »aber ich erkannte dich, sobald ich dich erblickte, und die Kennzeichen habe ich ebenfalls erkannt, den Mantel aus Goldgewebe und die Bernsteinkette. Deshalb bitte ich dich, komm mit mir, denn die ganze Welt habe ich auf der Suche nach dir durchwandert. Komm mit mir, mein Sohn, denn ich brauche deine Liebe.«
Doch das Sternenkind rührte sich nicht von der Stelle, sondern verschloss die Türen seines Herzens gegen sie, und es war kein Laut zu hören als das schmerzliche Weinen der Frau.
Und endlich sprach er zu ihr, und seine Stimme war hart und unfreundlich. »Wenn du in Wahrheit meine Mutter bist«, sagte er, »so wärest du besser fortgeblieben und nicht hierher gekommen, mich in Schande zu bringen, da ich glaubte, ich sei das Kind eines Sternes und nicht einer Bettlerin Kind, wie du mir erzählst. Deshalb scher dich fort von hier und lass mich dich nie wieder sehen.«
»Ach, mein Sohn«, rief sie, »willst du mich nicht küssen, ehe ich gehe? Denn ich habe viel erlitten, dich zu finden.«
»Nein«, sagte das Sternenkind, »du bist zu widerwärtig anzusehen, und lieber als dich wollte ich die Natter oder die Kröte küssen.«
Da stand die Frau auf und ging bitterlich weinend fort in den Wald, und als das Sternenkind sah, dass sie gegangen war, freute sich der Knabe und lief zurück zu seinen Spielgefährten, um mit ihnen zu spielen.
Doch als sie ihn kommen sahen, verlachten sie ihn und sagten: »Ei, du bist garstig wie die Kröte und ekelhaft wie die Natter. Scher dich fort, denn wir wollen dich nicht mit uns spielen lassen«, und sie jagten ihn aus dem Garten.
Und das Sternenkind blickte finster und sprach zu sich: &gt;Was soll das bedeuten, was sie zu mir sagen? Ich will zum Wasserquell gehen und hineinschauen, und er wird mir von meiner Schönheit sprechen.&lt;
So ging er zum Wasserquell und schaute hinein, und siehe, sein Gesicht glich dem Gesicht einer Kröte, und sein Körper war schuppig wie eine Natter. Und er warf sich nieder in das Gras und weinte und sprach zu sich: &gt;Wahrlich, das ist über mich gekommen wegen meiner Sünde. Denn ich habe meine Mutter verleugnet und sie davongejagt und bin hochmütig und grausam gegen sie gewesen. Deshalb will ich gehen und in der ganzen Welt nach ihr suchen, und ich will nicht rasten, ehe ich sie gefunden habe.&lt;
Und die kleine Tochter des Holzfällers kam zu ihm und legte ihm die Hand auf die Schulter und sagte: »Was macht es schon, wenn du deine Wohlgestalt verloren hast? Bleib bei uns, und ich will nicht über dich spotten.«
Und er antwortete ihr: »Nein, ich bin grausam gegen meine Mutter gewesen, und zur Strafe dafür wurde mir dies Unheil zuteil. Deshalb muss ich von hier fortgehen und durch die Welt wandern, bis ich sie finde und ihre Vergebung erlange.«
So lief er fort in den Wald und rief nach seiner Mutter, dass sie zu ihm komme, erhielt aber keine Antwort. Den ganzen Tag rief er nach ihr, und als die Sonne unterging, legte er sich auf einem Lager von Blättern zum Schlaf nieder, und die Vögel und anderen Tiere flohen vor ihm, denn sie gedachten seiner Grausamkeit, und er blieb allein, bis auf die Kröte, die ihn belauerte, und die träge Natter, die vorbeiglitt.
Und am Morgen stand er auf und pflückte ein paar herbe Beeren von den Bäumen und aß sie und nahm heftig weinend seinen Weg durch den großen Wald. Und bei jedem, den er traf, erkundigte er sich, ob er vielleicht seine Mutter gesehen habe.
Zu dem Maulwurf sprach er: »Du kannst unter die Erde gehen. Sag mir, ist meine Mutter dort?«
Und der Maulwurf antwortete: »Du hast mir die Augen geblendet. Wie sollte ich es wissen?«
Zu dem Hänfling sprach er: »Du kannst über die Wipfel der hohen Bäume fliegen und kannst die ganze Welt sehen. Sag mir, kannst du meine Mutter sehen?«
Und der Hänfling antwortete: »Du hast mir zu deinem Spaß die Flügel beschnitten. Wie sollte ich fliegen?«
Und zu dem kleinen Eichhörnchen, das in der Föhre wohnte und einsam war, sprach er: »Wo ist meine Mutter?«
Und das Eichhörnchen antwortete: »Die meine hast du umgebracht. Willst du jetzt auch die deine umbringen.«
Und das Sternenkind weinte und beugte den Kopf und bat Gottes Geschöpfe um Vergebung und ging weiter durch den Wald auf der Suche nach dem Bettelweib. Und am dritten Tag kam er zum anderen Ende des Waldes und ging hinab in die Ebene.
Und wenn er durch die Dörfer kam, verhöhnten ihn die Kinder und warfen Steine nach ihm, und die Bauern wollten ihn nicht einmal im Kuhstall schlafen lassen, damit er nicht den Brand über das gespeicherte Korn bringe, so garstig war er anzusehen, und ihre Tagelöhner jagten ihn fort, und da war niemand, der Mitleid mit ihm hatte. Auch konnte er nirgendwo etwas von der Bettlerin erfahren, die seine Mutter war, obgleich er drei Jahre lang durch die Welt wanderte und obgleich ihm häufig war, als sähe er sie vor sich auf der Straße, und er nach ihr rief und hinter ihr her lief, bis die scharfen Kiesel das Blut aus seinen Füßen springen ließen. Aber er vermochte sie nicht einzuholen, und die am Weg wohnten, verneinten stets, sie oder eine, die ihr glich, gesehen zu haben, und machten sich lustig über seinen Kummer.
Drei Jahre lang wanderte er durch die Welt, und es gab in der Welt weder Liebe noch Herzensgüte, noch Barmherzigkeit für ihn, sondern es war genauso eine Welt, wie er sie sich in den Tagen seiner großen Hoffart geschaffen hatte.
Und eines Tages kam er an das Tor einer Stadt mit starken Mauern, die an einem Fluss stand, und ob er gleich müde war und sich die Füße wundgelaufen hatte, ging er doch darauf zu, um einzutreten. Aber die Soldaten, die Wache standen, senkten ihre Hellebarden über den Eingang und fragten ihn unfreundlich: »Was willst du in dieser Stadt?«
»Ich suche meine Mutter«, antwortete er, »und ich bitte euch, mich durchzulassen, denn vielleicht befindet sie sich in dieser Stadt.« Aber sie verlachten ihn, und einer von ihnen schüttelte seinen schwarzen Bart und setzte seinen Schild nieder und sprach: »Wahrhaftig, deine Mutter wird sich nicht freuen, wenn sie dich sieht, denn du bist hässlicher als die Kröte im Sumpf oder die Natter, die im Moor kriecht. Scher dich fort. Scher dich fort. Deine Mutter wohnt nicht in dieser Stadt.«
Und ein anderer, der ein gelbes Banner in der Hand hielt, sagte zu ihm: »Wer ist deine Mutter, und warum suchst du sie?«
Und er antwortete: »Meine Mutter ist eine Bettlerin, so wie ich ein Bettler bin, und ich habe sie übel behandelt, und ich bitte euch, mich durchzulassen, damit ich ihre Vergebung erlangen kann, falls sie in dieser Stadt weilt.« Aber sie wollten nicht und stachen ihn mit ihren Spießen.
Und als er sich weinend abwandte, kam einer, dessen Rüstung mit goldenen Blumen inkrustiert war und auf dessen Helm ein geflügelter Löwe kauerte, und erkundigte sich bei den Soldaten, wer Einlass begehrt habe. Und sie sagten ihm: »Es ist ein Bettler und einer Bettlerin Kind, und wir haben ihn davongejagt.«
»Nein«, rief er lachend aus, »wir wollen das garstige Geschöpf als Sklaven verkaufen, und sein Preis soll der Preis für einen Humpen süßen Weines sein.«
Und ein alter Mann mit einem bösen Gesicht, der vorbeikam, rief aus: »Für diesen Preis will ich ihn kaufen«, und als er den Preis gezahlt hatte, nahm er das Sternenkind bei der Hand und führte den Knaben in die Stadt.
Und nachdem sie durch viele Straßen gegangen waren, kamen sie an eine kleine, in eine Mauer eingelassene Tür, die ein Granatapfelbaum überdachte. Und der alte Mann berührte die Tür mit einem Ring aus geschnittenem Jaspis, und sie tat sich auf, und sie gingen fünf eherne Stufen hinab in einen Garten voll schwarzem Mohn und grünen Kruken aus gebranntem Ton. Und der alte Mann entnahm seinem Turban ein Tuch aus gemusterter Seide und verband dem Sternenkind die Augen und trieb den Knaben vor sich her. Und als ihm die Binde von den Augen genommen war, sah sich das Sternenkind in einem Verlies, das durch eine Laterne aus Horn erhellt war.
Und der Alte setzte ihm auf einem Brett ein wenig schimmliges Brot vor und sagte: »Iss«, und in einem Becher ein wenig Brackwasser und sagte: »Trink«, und als der Knabe gegessen und getrunken hatte, ging der Alte hinaus und verschloss hinter sich die Tür und sicherte sie mit einer Eisenkette.
Und am Morgen kam der Alte, der in Wahrheit der abgefeimteste aller Zauberer in Libyen war und seine Kunst von einem gelernt hatte, der in den Grabgewölben am Nil wohnte, zu ihm herein und blickte ihn finster an und sprach: »In einem Wald nahe dem Tor dieser Stadt der Ungläubigen liegen drei Stücke Gold. Eines ist von weißem Gold, das zweite von gelbem Gold, und das Gold des dritten ist rot. Heute sollst du mir das Stück weißen Goldes holen, und wenn du es nicht herbringst, werde ich dich mit hundert Streichen schlagen. Mach dich geschwind davon, und bei Sonnenuntergang werde ich dich an der Gartentür erwarten. Sich zu, dass du das weiße Gold bringst, oder es wird dir übel ergehen, denn du bist mein Sklave, und ich habe dich um den Preis für einen Humpen süßen Weines gekauft.« Und er verband dem Sternenkind die Augen mit dem Tuch aus gemusterter Seide und führte den Knaben durch das Haus und durch den Mohngarten und die fünf ehernen Stufen hinauf. Und nachdem er die kleine Tür mit seinem Ring geöffnet hatte, schob er ihn auf die Straße.
Und das Sternenkind ging zum Tor hinaus aus der Stadt und kam zu dem Wald, von dem ihm der Zauberer erzählt hatte.
Nun war dieser Wald von außen sehr schön anzusehen und schien voll singender Vögel und süßduftender Blumen zu sein, und das Sternenkind betrat ihn frohen Herzens. Doch seine Schönheit nützte ihm wenig, denn wohin er auch ging, wuchsen Sträucher und Büsche mit scharfen Dornen aus dem Boden empor und schlossen ihn ein, und böse Nesseln stachen ihn, und die Distel durchbohrte ihn mit ihren Dolchen, so dass er arge Pein litt. Auch konnte er nirgendwo das Stück weißen Goldes finden, von dem der Zauberer gesprochen hatte, obgleich er vom Morgen bis zum Mittag und von Mittag bis Sonnenuntergang danach suchte. Und bei Sonnenuntergang wandte er bitterlich weinend sein Gesicht heimwärts, da er wusste, welches Los seiner wartete.
Doch als er den Saum des Waldes erreicht hatte, vernahm er aus dem Dickicht einen Schrei wie von einem, der in Not ist. Und seinen eigenen Kummer vergessend, lief er zurück zu der Stelle und sah einen kleinen Hasen, der in einer von Jägerhand aufgestellten Falle gefangen war.
Und das Sternenkind hatte Mitleid mit ihm und befreite ihn und sagte zu ihm: »Ich bin selber nur ein Sklave, dennoch kann ich dir die Freiheit schenken.«
Und der Hase antwortete ihm und sprach: »Du hast mir fürwahr die Freiheit geschenkt, und was soll ich dir zum Dank dafür geben?«
Und das Sternenkind sagte: &quot;Ich suche nach einem Stück weißen Goldes, aber ich kann es nirgendwo finden, und wenn ich es meinem Herrn nicht bringe, wird er mich schlagen.« »Komm mit mir«, sagte der Hase, »ich werde dich hinführen, denn ich weiß, wo es verborgen ist und zu weichem Zweck.« Also ging das Sternenkind mit dem Hasen, und siehe, im Spalt einer mächtigen Eiche erblickte er das Stück weißen Goldes, das er suchte. Und er war voller Freude und ergriff es und sagte zu dem Hasen: »Den Dienst, den ich dir geleistet habe, hast du mir viele Male gelohnt, und die Freundlichkeit, die ich dir erwies, hast du mir hundertfach vergolten.«
»Nicht so«, antwortete der Hase, »wie du an mir tatest, so habe ich an dir getan«, und er lief flink davon, und das Sternenkind wanderte der Stadt zu.
Nun hockte aber am Stadttor einer, der aussätzig war. Über das Gesicht hing ihm eine Kapuze aus grauem Leinen, und durch die Sehlöcher funkelten seine Augen wie rotglühende Kohlen. Und als er das Sternenkind kommen sah, schlug er auf einen Holznapf und rasselte mit seiner Schelle und rief ihn an und sprach: »Gib mir ein Geldstück, oder ich muss Hungers sterben. Denn sie haben mich aus der Stadt geworfen, und da ist niemand, der sich meiner erbarmt. «
»Ach«, rief das Sternenkind, »ich habe nur ein einziges Geldstück in meinem Beutel, und wenn ich es meinem Herrn nicht bringe, wird er mich schlagen, denn ich bin sein Sklave.«
Aber der Aussätzige flehte ihn an und bat ihn inständig, bis sich das Sternenkind erbarmte und ihm das Stück weißen Goldes gab.
Und als der Knabe zum Hause des Zauberers kam, öffnete ihm der Zauberer und holte ihn herein und fragte ihn: »Hast du das Stück weißen Goldes?« Und das Sternenkind antwortete: »Ich habe es nicht.« Da fiel der Zauberer über den Knaben her und schlug ihn und setzte ihm ein leeres Brett vor und sagte: »Iss«, und einen leeren Becher und sagte: »Trink«, und warf ihn wieder in das Verlies.
Und am Morgen kam der Zauberer zu ihm und sprach: »Wenn du mir heute nicht das Stück gelben Goldes bringst, so werde ich dich ganz gewiss als meinen Sklaven behalten und dir dreihundert Hiebe geben.«
Also ging das Sternenkind in den Wald, und den ganzen Tag suchte der Knabe nach dem Stück gelben Goldes, aber nirgendwo konnte er es finden. Und bei Sonnenuntergang setzte er sich nieder und begann zu weinen, und während er noch weinte, kam der kleine Hase zu ihm, den er aus der Falle befreit hatte. Und der Hase fragte ihn: »Warum weinst du? Und wonach suchst du im Wald?«
Und das Sternenkind antwortete: »Ich suche nach einem Stück gelben Goldes, das hier verborgen ist, und wenn ich es nicht finde, wird mein Herr mich schlagen und als Sklave behalten.«
»Folge mir«, rief der Hase, und er lief durch den Wald, bis er zu einem Wassertümpel kam. Und am Grunde des Tümpels lag das Stück gelben Goldes.
»Wie soll ich dir danken?« sagte das Sternenkind. »Denn siehe, dies ist das zweite Mal, dass du mir geholfen hast.«
»Nicht doch, du hast dich zuerst meiner erbarmte, erwiderte der Hase und lief geschwind davon.
Und das Sternenkind nahm das Stück gelben Goldes und steckte es in seinen Beutel und eilte der Stadt zu. Doch der Aussätzige sah den Knaben kommen und lief ihm entgegen und kniete nieder und rief: »Gib mir ein Geldstück, oder ich werde Hungers sterben.«
Und das Sternenkind sprach zu ihm: »Ich habe in meinem Beutel nur ein Stück gelben Goldes, und wenn ich es meinem Herrn nicht bringe, wird er mich schlagen und als seinen Sklaven behalten.«
Aber der Aussätzige flehte ihn so inständig an, dass sich das Sternenkind seiner erbarmte und ihm das Stück gelben Goldes gab.
Und als er zum Hause des Zauberers kam, öffnete ihm der Zauberer und fragte ihn: »Hast du das Stück gelben Goldes?« Und das Sternenkind antwortete ihm: »Ich habe es nicht.« Da fiel der Zauberer über den Knaben her und schlug ihn und belud ihn mit Ketten und warf ihn wieder in das Verlies.
Und am Morgen kam der Zauberer zu ihm und sprach: »Wenn du mir heute das Stück roten Goldes bringst, werde ich dich freilassen; bringst du es aber nicht, so werde ich dich wahr und wahrhaftig erschlagen.«
Also ging das Sternenkind in den Wald, und den ganzen Tag suchte der Knabe nach dem Stück roten Goldes, konnte es jedoch nirgendwo finden. Und am Abend setzte er sich nieder und weinte, und während er noch weinte, kam der kleine Hase zu ihm.
Und der Hase sprach zu ihm: »Das Stück roten Goldes, das du suchst, befindet sich in der Höhle hinter dir. Deshalb weine nicht mehr, sondern sei fröhlich.«
»Wie soll ich dir nur danken«, rief das Sternenkind, »denn siehe, dies ist das dritte Mal, dass du mir geholfen hast!«
»Nicht doch, du hast dich zuerst meiner erbarmt«, antwortete der Hase und lief geschwind davon.
Und das Sternenkind trat in die Höhle und fand in ihrer äußersten Ecke das Stück roten Goldes. Das steckte der Knabe in seinen Beutel und eilte der Stadt zu. Und da ihn der Aussätzige kommen sah, stellte er sich mitten auf die Straße und rief ihn an und sprach: »Gib mir das rote Goldstück, oder ich muss Hungers sterben«, und wieder erbarmte sich das Sternenkind seiner und gab ihm das Stück roten Goldes und sagte: »Deine Not ist größer als meine.« Doch das Herz war ihm schwer, denn er wusste, welch schlimmes Los seiner wartete.
Doch siehe, als er durch das Stadttor ging, verneigten sich die Wachen vor ihm und huldigten ihm und sprachen: »Wie schön ist unser Gebieter!«, und eine große Schar Bürger folgte ihm und rief: »Wahrlich, niemand auf der ganzen Welt ist so schön!«, weshalb das Sternenkind weinte und zu sich sprach: &gt;Sie verhöhnen mich und achten nicht meines Elends.&lt; Und so gewaltig war der Zusammenstrom des Volkes, dass der Knabe die Richtung verlor und sich schließlich auf einem Platz sah, wo eines Königs Palast stand.
Und das Tor des Palastes tat sich auf, und die Priester und die hohen Würdenträger der Stadt kamen ihm eilends entgegen, und sie demütigten sich vor ihm und sprachen: »Du bist unser Gebieter, den wir erwarteten, und der Sohn unseres Königs.«
Und das Sternenkind antwortete ihnen und sprach: »Ich bin keines Königs Sohn, sondern das Kind einer armen Bettlerin. Und warum sagt ihr, ich sei schön, da ich doch weiß, dass ich übel anzuschauen bin?«
Da hob jener, dessen Rüstung mit goldenen Blumen inkrustiert war und auf dessen Helm ein geflügelter Löwe kauerte, einen Schild empor und rief: »Wie kann mein Gebieter sagen, er sei nicht schön?«
Und das Sternenkind blickte hinein, und siehe, sein Antlitz war wie einstmals, und seine Wohlgestalt war ihm wiedergegeben, und er sah in seinen Augen, was er nie zuvor darin gesehen hatte.
Und die Priester und die hohen Würdenträger knieten nieder und sprachen zu ihm: »Es wurde uns einst prophezeit, dass am heutigen Tage jener kommen würde, der über uns herrschen soll. Deshalb geruhe unser Gebieter, diese Krone und dies Zepter entgegenzunehmen und in seiner Gerechtigkeit und Gnade König über uns zu sein.«
Er aber antwortete ihnen: »Ich bin dessen nicht wert, denn ich habe die Mutter verleugnet, die mich gebar, und ich darf nicht rasten, ehe ich sie gefunden und ihre Vergebung erlangt habe. Deshalb lasst mich gehen, denn ich muss wieder durch die Welt wandern und darf hier nicht verweilen, ob ihr mir auch die Krone und das Zepter darbietet.« Und als er gesprochen hatte, wandte er sein Gesicht von ihnen ab und der Straße zu, die zum Stadttor führte, und siehe, in der Menge, die sich um die Soldaten drängte, erblickte er die Bettlerin, die seine Mutter war, und an ihrer Seite stand der Aussätzige, der am Wegrand gesessen hatte.
Und ein Schrei der Freude löste sich von seinen Lippen, und er lief hin und kniete nieder und küsste die Wunden an den Füßen seiner Mutter und benetzte sie mit seinen Tränen. Er neigte das Haupt in den Staub, und schluchzend, als sollte ihm das Herz brechen, sprach er zu ihr: »Mutter, in der Stunde meiner Hoffart habe ich dich verleugnet. Nimm mich auf in der Stunde meiner Demut. Mutter, ich gab dir Hass. Gib du mir Liebe. Mutter ich stieß dich zurück. Empfange du nun dein Kind.« Aber die Bettlerin antwortete ihm nicht.
Und er streckte die Hände aus und umfing die weißen Füße des Aussätzigen und sprach zu ihm: »Dreimal habe ich mich deiner erbarmt. Heiße meine Mutter nur einmal zu mir sprechen.« Aber der Aussätzige antwortete ihm nicht.
Und wieder schluchzte er und sagte: »Mutter, mein Leiden ist größer, als ich es ertragen kann. Lass mir deine Vergebung zuteil werden und lass mich zurückkehren in den Wald.« Und die Bettlerin legte ihm die Hand aufs Haupt und sprach: »Steh auf«, und der Aussätzige legte ihm die Hand aufs Haupt und sagte ebenfalls: »Steh auf.«
Und er stand auf und blickte sie an, und siehe, sie waren ein König und eine Königin.
Und die Königin sprach zu ihm: »Dies ist dein Vater, dem du geholfen hast.«
Und der König sprach: »Dies ist deine Mutter, deren Füße du in deinen Tränen gebadet hast.«
Und sie fielen ihm um den Hals und küssten ihn und führten ihn in den Palast und kleideten ihn in schöne Gewänder und setzten ihm die Krone aufs Haupt und legten ihm das Zepter in die Hand, und er herrschte über die Stadt am Strom und war ihr Gebieter. Große Gerechtigkeit und Gnade bezeigte er gegen alle, und den bösen Zauberer verbannte er, und dem Holzfäller und seinem Weibe schickte er viele kostbare Geschenke, und ihren Kindern erwies er hohe Ehre. Und er duldete nicht, dass jemand grausam war gegen Vögel oder anderes Getier, sondern lehrte Liebe und Herzensgüte und Barmherzigkeit, und den Armen gab er Brot, und denen, die nackt und bloß waren, gab er Kleidung, und es herrschte Friede und Überfluss im Lande.
Doch er regierte nicht lange, so groß war sein Leiden gewesen und so schmerzhaft das Feuer seiner Prüfung; drei Jahre später starb er. Und der nach ihm kam, regierte schlecht.

&lt;a href='http://xoup.de/audio/wilde/wilde_sternenkind.mp3' target='_blank'&gt;&lt;strong&gt;Das Sternenkind 42:16 min MP3&lt;/strong&gt;&lt;/a&gt;]]></description>
        <pubDate>Tue, 09 Feb 2010 14:02:38 +0200</pubDate>
        <category>Hörbücher</category>
      </item>
      <item>
        <title>Loriot - Garderobe</title>
        <link>http://www.yabancidil.info/readarticle.php?article_id=180</link>
        <guid>http://www.yabancidil.info/readarticle.php?article_id=180</guid>
        <description><![CDATA[&lt;strong&gt;Loriot - Garderobe&lt;/strong&gt;

Personen: 

Ein Ehepaar: Mann (M) und Frau (F) [Loriot &amp; Evelyn Hamann] 

F: &quot;Wie findest du mein Kleid?&quot; 
M: &quot;Welches?&quot; 
F: &quot;Das ich anhabe.&quot; 
M: &quot;Besonders hübsch.&quot; 
F: &quot;Oder findest du das grüne schöner?&quot; 
M: &quot;Das grüne?&quot; 
F: &quot;Das Halblang mit dem spitzen Ausschnitt.&quot; 
M: &quot;Nein.&quot; 
F: &quot;Was 'nein'?&quot; 
M: &quot;Ich finde es nicht schöner als das was du anhast.&quot; 
F: &quot;Du hast gesagt, es stünde mir so gut.&quot; 
M: &quot;Ja. Es steht dir gut.&quot; 
F: &quot;Warum findest du es dann nicht schöner?&quot; 
M: &quot;Ich finde das was du anhast sehr schön und das andere steht dir auch gut.&quot; 
F: &quot;Ach. Dies hier steht mir also nicht so gut?&quot; 
M: &quot;Doch. Auch.&quot; 
F: &quot;Dann zieh ich das lange blaue mit den Schößchen noch mal über&quot; 
M: &quot;Ahja.&quot; 
F: &quot;Oder gefällt dir das nicht?&quot; 
M: &quot;Doch.&quot; 
F: &quot;Ich denke, es ist dein Lieblingskleid?&quot; 
M: &quot;Ja.&quot; 
F: &quot;Dann gefällt es dir doch besser als das was ich anhabe und das halblange grüne mit dem spitzen Ausschnitt.&quot; 
M: &quot;Ich finde du siehst toll aus in dem was du anhast&quot; 
F: &quot;Komplimente helfen mir im Moment überhaupt nicht.&quot; 
M: &quot;Gut, dann zieh das lange blaue mit den Schößchen an.&quot; 
F: &quot;Du findest also gar nicht so toll was ich anhabe!&quot; 
M: &quot;Doch, aber es gefällt dir ja scheinbar nicht.&quot; 
F: &quot;Es gefällt mir nicht? Es ist das schönste was ich habe.&quot; 
M: &quot;Dann behalt es doch an.&quot; 
F: &quot;Eben hast du gesagt, ich soll das lange blaue mit den Schößchen anziehen.&quot; 
M: &quot;Du kannst das blaue mit den Schößchen anziehen, oder das grüne mit dem spitzen Ausschnitt, oder das was du anhast.&quot; 
F: &quot;Aha, es ist dir also völlig Wurst was ich anhabe.&quot; 
M: &quot;Dann nimm das grüne, das wunderhübsche grüne mit dem spitzen Ausschnitt.&quot; 
F: &quot;Erst soll ich das hier anbehalten, dann soll ich das blaue anziehen und jetzt auf einmal das grüne?&quot; 
M: &quot;Liebling du kannst doch...&quot; 
F: &quot;Ich kann mit dir über Atommüll reden, über Ölkrise, Wahlkampf und Umweltverschmutzung, aber über nichts wichtiges!&quot;

&lt;embed src='http://www.clipfish.de/cfng/flash/clipfish_player_3.swf?as=0&amp;vid=655838&amp;r=1&amp;area=e&amp;c=990000' quality='high' bgcolor='#990000' width='464' height='384' name='player' align='middle' allowFullScreen='true' allowScriptAccess='always' type='application/x-shockwave-flash' pluginspage='http://www.macromedia.com/go/getflashplayer'&gt;&lt;/embed&gt;]]></description>
        <pubDate>Fri, 05 Feb 2010 23:47:23 +0200</pubDate>
        <category>Sketche</category>
      </item>
      <item>
        <title>Loriot - Die Ente bleibt draußen</title>
        <link>http://www.yabancidil.info/readarticle.php?article_id=179</link>
        <guid>http://www.yabancidil.info/readarticle.php?article_id=179</guid>
        <description><![CDATA[&lt;img src='images/articles/dieEnteBleibtDraussen.jpg' style='margin:5px' align='left' /&gt;
&lt;strong&gt;Loriot - Die Ente bleibt draußen&lt;/strong&gt;
M-L: Ich möchte nicht unhöflich erscheinen, aber ich wäre jetzt ganz gerne allein. 
Dr.K.: Wer sind Sie denn überhaupt? 
M-L: Mein Name ist Müller-Lüdenscheidt. 
Dr.K.:Klöbner, Doktor Klöbner. 
M-L: Angenehm. 
Dr.K.: Angenehm. 
M-L: Können Sir mir sagen, warum Sie in meiner Badewanne sitzen? 
Dr.K.: Ich kam vom Ping-Pong-Keller und hatte mich in der Zimmernummer geirrt. Das Hotel ist etwas unübersichtlich. 
M-L: Aber jetzt wissen Sie, dass Sie in einer Fremdwanne sitzen und baden trotzdem weiter. 
Dr.K.: Von Baden kann nicht die Rede sein, es ist ja kein Wasser in der Wanne. 
M-L: Als ich das Bad betrat saßen Sie im warmen Wasser. 
Dr.K.:Aber Sie haben es ja wieder abgelassen. 
M-L: Weil Sie es eingelassen haben, Herr Doktor Klöbner. In meiner Wanne pflege ich das Badewasser selbst einzulassen. 
Dr.K.:Na, dann lassen Sie's doch jetzt ein. 
M-L: Mein Badewasser lasse ich mir ein, wenn ich es für richtig halte. 
Dr.K.:Gewiss, natürlich. 
[Verlegenes Pfeifen...] 
Dr.K.:Es sitzt sich recht kühl, einfach so in der Wanne. 
M-L: Ich sitze gern mal ohne Wasser in der Wanne. 
Dr.K.:Ach. 
M-L: Was heisst &quot;ach&quot;? 
Dr.K.:Ach. Sie sagten, dass Sie gerne ohne Wasser in der Wanne sitzen und ich meinte &quot;ach&quot;. 
M-L: Aha. 
Dr.K.: Ich hätte auch &quot;aha&quot; sagen können, aber ich wollte meiner Verwunderung darüber Ausdruck geben, dass Sie es vorziehen, ohne Wasser in der Wanne zu sitzen. 
M-L: Herr Doktor Klöbner, ich leite eines der bedeutendsten Unternehmen der Schwerindustrie und bin Ihnen in meiner Badewanne keine Rechenschaft schuldig. 
Dr.K.: Nein, nein. 
M-L: Ich entscheide persönlich, ob ich mit Wasser bade oder ohne. 
Dr.K.: Ja, ja. 
M-L: Im übrigen sagte ich nur... 
Dr.K.: Herr Müller-Lüdenscheidt... 
M-L: Bitte lassen Sie mich ausreden. Ich sagte, dass ich, wenn es die Situation erfordert, durchaus in der Lage wäre, auch mal ein Wannenbad ohne Wasser zu nehmen. 
Dr.K.: Ja, ja. 
M-L: Und die Entscheidung darüber, ob ich mein Wannenbad mit oder ohne Wasser zu nehmen habe, lasse ich mir von niemandem aufdrängen. 
Dr.K.: Nein, nein. 
M-L: Auch von Ihnen nicht, Herr Doktor Klöbner. 
Dr.K.: Herr Müller-Lüdenscheidt, es wäre ja immerhin denkbar, dass es gewisse Argumente gäbe, die dafür sprächen, das Wasser jetzt einlaufen zu lassen. 
M-L: Wie wollen Sie das beurteilen? 
Dr.K.: Mein Gott, ich bade ja auch nicht zum ersten Mal. 
M-L: So? 
Dr.K.: Und nach meiner Erfahrung ist eben ein warmes Wannenbad mit Wasser zweckmässiger als ohne. 
M-L: Das ist Ihre ganz persönliche Meinung, Herr Doktor Klöbner. Aber man darf ja wohl noch anderer Ansicht sein. 
Dr.K.: Ach, was. 
M-L: Sie können Sich in meiner Wanne eine eigene Meinung überhaupt nicht leisten. 
Dr.K.: Herr Müller-Lüdenscheidt! 
M-L: Herr Doktor Klöbner! Ich lasse jetzt das Wasser ein, wenn Sie mich höflich darum bitten. 
Dr.K.: Bitte. 
M-L: Höflich. 
Dr.K.: Höflich. 
M-L: Na, also. 
Dr.K.: Was machen Sie da? 
M-L: Ich lasse etwas kühleres Wasser ein. 
Dr.K.: Das ist sehr aufmerksam, aber ich hätte doch gerne noch eine Kleinigkeit von dem heissen. 
M-L: Wenn ich jetzt einen Schuss von dem kalten dazunehmen könnte. 
Dr.K.: Das war eine Idee zu viel. 
M-L: Ach. 
Dr.K.: Ich glaube, noch ein paar Tropfen heisses und man könnte sich einigen. Geht es so? 
M-L: Oh, ja. Vielen Dank. 
Dr.K.: Oh, bitte sehr. 
M-L: Die Ente bleibt draussen. 
Dr.K.: Herr Müller-Lüdenscheidt! 
M-L: Die Ente bleibt draussen! 
Dr.K.: Herr Müller-Lüdenscheidt, ich bade immer mit dieser Ente. 
M-L: Nicht mit mir. 
Dr.K.: Ich kenne Sie ja erst seit heute. 
M-L: Wenn Sie die Ente hereinlassen, lasse ich das Wasser heraus. 
Dr.K.: Das sind wohl die Erpressermethoden Ihrer Gangsterfirma. 
M-L: Herr Doktor Klöbner! 
Dr.K.: Herr Müller-Lüdenscheidt! 
M-L: Akademiker wollen Sie sein? Ha. 
Dr.K.: Also, was ist jetzt? 
M-L: Ich lasse das Wasser heraus, wenn Sie die Ente hereinlassen. 
Dr.K.: Ich nehme meine Ente herein. 
M-L: Wo ist der Stöpsel? 
Dr.K.: Sie sitzen drauf. Wissen Sie eigentlich, dass viele Menschen überhaupt kein Bad besitzen? 
M-L: Ach, Sozi sind Sie wohl auch noch? 
Dr.K.: Herr Müller-Lüdenscheidt! 
M-L: Herr Doktor Klöbner! Also lassen Sie die Ente in Gottes Namen herein. 
Dr.K.: Nein, mit Ihnen teilt meine Ente das Wasser nicht. 
M-L: Sie lassen sofort die Ente zu Wasser! 
Dr.K.: Ich denke nicht daran. 
M-L: Dann tauche ich jetzt so lange, bis Sie die Ente zu Wasser lassen. 
Dr.K.: Bittesehr... 
M-L: Es ist mir ernst! Ich zähle bis drei. Eins, zwei, drei... Hmmmmm..... 
Dr.K.: Da sind Sie ja schon wieder. 
M-L: Jawohl. 
Dr.K.: Passen Sie mal auf! 
M-L: Herr Doktor Klöbner? Hören Sie? Wenn Sie nicht sofort auftauchen, verlasse ich die Wanne. Die Luft anhalten kann jeder. 
Dr.K.: Was sagen Sie nun? 
M-L: Sie langweilen mich. 
Dr.K.: Aber ich kann länger als Sie. 
M-L: Es gibt Wichtigeres im Leben. 
Dr.K.: Was denn? 
M-L: Ehrlichkeit, Toleranz... 
Dr.K.: Ja... 
M-L: Mut, Anstand... 
Dr.K.: Ja... Ja... 
M-L: Hilfsbereitschaft... 
Dr.K.: Ja... 
M-L: Tüchtigkeit, Zähigkeit... 
Dr.K.: Ja... 
M-L: Sauberkeit... 
Dr.K.: Aber ich kann länger als Sie. 
M-L: Es kommt auf den Charakter an. 
Dr.K.: Aber ich kann länger als Sie. 
M-L: Und das glaube ich ihnen nicht. 
Dr.K.: Dann tauchen wir jetzt gleichzeitig. 
M-L: Wie Sie wünschen. 
Dr.K.: Dann werden wir's ja sehen. 
M-L: Das werden wir sehen. 
Dr.K.: Ich habe schon ganz verschrumpelte Finger. 
M-L: Ich auch. 
Dr.K.: Also. Eins, zwei... 
M-L: Drei... Hmmmmm.... 
Ist hier jemand? Hallo? Entschuldigen Sie, ist das hier Zimmer 107?

&lt;object style='width:470px;height:285px;' width='470' height='285'&gt;&lt;param name='movie' value='http://www.myvideo.de/movie/355515'&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name='AllowFullscreen' value='true'&gt;&lt;/param&gt;&lt;param name='AllowScriptAccess' value='always'&gt;&lt;/param&gt;&lt;embed src='http://www.myvideo.de/movie/355515' width='470' height='285' type='application/x-shockwave-flash' allowscriptaccess='always' allowfullscreen='true'&gt;&lt;/embed&gt;&lt;/object&gt;&lt;br/&gt;&lt;a href='http://www.myvideo.de/watch/355515/Loriot_Die_Ente_bleibt_draussen' title='Loriot - Die Ente bleibt draußen - MyVideo'&gt;Loriot - Die Ente bleibt draußen - MyVideo&lt;/a&gt;]]></description>
        <pubDate>Fri, 05 Feb 2010 02:46:17 +0200</pubDate>
        <category>Sketche</category>
      </item>
      <item>
        <title>Loriot - Fernsehabend</title>
        <link>http://www.yabancidil.info/readarticle.php?article_id=178</link>
        <guid>http://www.yabancidil.info/readarticle.php?article_id=178</guid>
        <description><![CDATA[&lt;strong&gt;FERNSEHABEND &lt;/strong&gt;

Die Personen: 
Ein Ehepaar: Mann (M) und Frau (F) [Loriot &amp; Evelyn Hamann] 

F: &quot;Wieso geht der Fernseher denn gerade heute kaputt?&quot; 
M: &quot;Die bauen die Geräte absichtlich so, dass sie schnell kaputt gehen.&quot; 
F: &quot;Ich muss nicht unbedingt Fernsehen.&quot; 
M: &quot;Ich auch nicht. Nicht nur, weil heute der Apparat kaputt ist, ich meine sowieso, ich sehe sowieso nicht gerne Fernsehen.&quot; 
F: &quot;Es ist ja auch wirklich NICHTS im Fernsehen, was man gern sehen möchte.&quot; 
M: &quot;Heute brauchen wir, Gott sein Dank, überhaupt nicht erst in den blöden Kasten zu gucken.&quot; 
F: &quot;Nee, es sieht aber so aus, als ob du hinguckst.&quot; 
M: &quot;Ich?&quot; 
F: &quot;Ja.&quot; 
M: &quot;Nein, ich sehe nur ganz allgemein in diese Richtung. Aber du guckst hin. Du guckst da immer hin.&quot; 
F: &quot;Ich? Ich gucke dahin? Wie kommst du denn darauf?&quot; 
M: &quot;Es sieht so aus.&quot; 
F: &quot;Das kann gar nicht so aussehen, ich gucke nämlich vorbei. Ich gucke absichtlich vorbei. Und wenn du ein kleines bisschen mehr auf mich achten würdest, hättest du bemerkt, dass ich absichtlich vorbei gucke. Aber du interessierst dich ja überhaupt nicht für mich.&quot; 
M: &quot;Jajajaja.&quot; 
F: &quot;Wir können doch einfach mal ganz woanders hingucken.&quot; 
M: &quot;Woanders? Wohin denn?&quot; 
F: &quot;Zur Seite, oder nach hinten. 
M: &quot;Nach hinten? Ich soll nach hinten sehen? Nur weil der Fernseher kaputt ist, soll ich nach hinten sehen? Ich lass mir doch von einem Fernsehgerät nicht vorschreiben, wo ich hinsehen soll.&quot; 
F: &quot;Was wäre denn heute für ein Programm gewesen?&quot; 
M: &quot;Eine Unterhaltungssendung.&quot; 
F: &quot;Ach.&quot; 
M: &quot;Es ist schon eine Unverschämtheit, was einem so Abend für Abend im Fernsehen geboten wird. Ich weiß gar nicht, warum man sich das überhaupt noch ansieht. Lesen könnte man statt dessen, Karten spielen oder ins Kino gehen oder ins Theater. Statt dessen sitzt man da und glotzt auf dieses blöde Fernsehprogramm.&quot; 
F: &quot;Heute ist der Apparat ja nun kaputt.&quot; 
M: &quot;Gott sei Dank.&quot; 
F: &quot;Ja.&quot; 
M: &quot;Da kann man sich wenigstens mal unterhalten.&quot; 
F: &quot;Oder früh ins Bett gehen.&quot; 
M: &quot;Ich gehe nach den Spätnachrichten der Tagesschau ins Bett.&quot; 
F: &quot;Aber der Fernseher ist doch kaputt.&quot; 
M: &quot;Ich lasse mir von einem kaputten Fernseher nicht vorschreiben, wann ich ins Bett zu gehen habe.&quot; 
&lt;script type=&quot;text/javascript&quot; src=&quot;http://de.sevenload.com/pl/pIi78Og/500x408/0&quot;&gt;&lt;/script&gt;&lt;p&gt;Link: &lt;a href=&quot;http://de.sevenload.com/videos/pIi78Og-Loriot-Fernsehen&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://static.sevenload.net/img/sevenload.png&quot; width=&quot;66&quot; height=&quot;10&quot; alt=&quot;Loriot - Fernsehen&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;]]></description>
        <pubDate>Fri, 05 Feb 2010 01:44:32 +0200</pubDate>
        <category>Sketche</category>
      </item>
    </channel>
  </rss>
